Projekt
Die Astronautilia ist ein altgriechisch-tschechisches Science-Fiction-Epos des tschechischen Psychologen und Schriftstellers Václav Pinkava alias Jan Křesadlo (1926–1995), das von seinem Sohn Václav Z. J. Pinkava 1995 im Verlag Ivo Železný in Prag erstmals herausgegeben worden ist.
Das durch Drittmittel finanzierte Kleinprojekt "Astronautilia Digital" zielt auf eine digitale Neuedition des Werkes mit deutscher Übersetzung des griechischen Textes, Berücksichtigung der Manuskriptvorlagen, Erfassung der griechischen Vorbilder und Kurzkommentierung.
Weiterführende Informationen und Neuigkeiten finden Sie auf der Projektseite der Universität Wuppertal.
Team
- Dr. Stefan Weise (Edition und Koordination)
- Dr. Jennifer Bunselmeier (Datenmodellierung, technische Umsetzung, Frontend)
- Stephan Makowski (Backend)
Sacheinführung
Einführung
Stefan Weise
Ein umfangreiches altgriechisch-tschechisches Science-Fiction-Epos vom Ende des 20. Jahrhunderts ist gewiss ein Kuriosum. In der Tat ist die Astronautilia ein Werk, das im günstigen Fall Verwunderung und im schlechten Anstoß erregt. Ebenso wie ihr Autor entzieht es sich gewöhnlichen Kategorien. Der Kladdentext der Erstedition hat dies in das schöne Paradox „solid quicksilver“ („festes Quecksilber“) gebracht. Vermutlich ist dies auch einer der Gründe, weshalb der Text bisher kaum wahrgenommen, geschweige denn rezipiert worden ist. Weitere Gründe lassen sich schnell für die diversen potentiellen Lesergruppen vermuten: Für ein literaturkritisch ausgerichtetes Publikum wird sie zu klischeebehaftet und kurzatmig, für ein ästhetisches zu einfach gestrickt sein. Ein Publikum mit Homerexpertise dürfte die Nuancen der homerischen Charakterisierungs- und Sprachkunst vermissen und von den vielen Science-Fiction-Referenzen, wenn nicht amüsiert, dann verstört sein. Der Science-Fiction-Leserschaft dagegen wird vielleicht die Spannung und technische Innovation fehlen; außerdem könnte sie zu lange Exkurse kritisieren. Ein „normales“ Lesepublikum ist abgeschreckt vom Griechischen, ein altphilologisches nimmt Anstoß an den zahlreichen stilistischen und sprachlichen Ungereimtheiten. Eine moralisch engagierte Leserschaft mag angewidert von Sexszenen und -praktiken sein, eine liberale dagegen von der engen Definition von „Normalität“. Ein klassizistisches Publikum könnte der parodistische Charakter stören, ein satirisches eine gewisse Unschärfe der Kritik. Bei all diesen hypothetischen Zuviels und Zuwenigs, die das klassizistisch anmutende Werk ganz unklassisch machen, bleibt die Astronautilia ein bedeutendes sprachliches Denkmal für die Fortwirkung des Altgriechischen in der Neuzeit bzw. Moderne, das zunächst allein dadurch und weiterhin gerade wegen seiner Ecken und Kanten fasziniert und vielleicht unterhält und zum Nachdenken anregt. Auf dieses Werk aufmerksam und es für unterschiedliche Blickwinkel zugänglicher zu machen ist das Ziel dieser Studienausgabe.
Ich danke allen, die mich in vielen Jahren trotz einiger Hemmnisse und Zweifel dazu ermutigt und mir bei der Erstellung geholfen haben. Besonders sei an dieser Stelle der Sohn des Verfassers, Václav Z. J. Pinkava, genannt, der nicht nur diverse Werke seines Vaters herausgegeben und ins Englische übersetzt, sondern mir bei vielerlei Fragen geholfen und mich freundlich bei einem Besuch aufgenommen und mit vielerlei Restexemplaren beschenkt hat. Ihm verdanke ich auch Digitalisate von Manuskript und Typoskript der Astronautilia, so dass ich einen vertieften Zugang zur Werkgenese erhielt (siehe dazu unten I.2. und Editionsrichtlinien I.). Weiterhin danke ich den Studierenden in Halle und Wuppertal, die das Werk in Auszügen mit mir gelesen und in einer Inszenierung aufgeführt haben. Ferner sei Agáta Cviková und Markéta Měšťanová für ihre Hilfe bei der Übersetzung des Tschechischen gedankt. Schließlich möchte ich Patrick Sahle und besonders Jennifer Bunselmeier danken, die die Umsetzung in eine digitale Edition überhaupt erst ermöglicht und mit großem Engagement vorgenommen hat.
I. Zu Autor und Werk
Der Autor ist eine in vielfacher Hinsicht außergewöhnliche Persönlichkeit. Hinter dem Pseudonym Jan Křesadlo verbirgt sich eigentlich Václav Jaroslav Karel Pinkava, der am 9. Dezember 1926 geboren wurde und am 13. August 1995 verstarb.(1) Das Griechische hat er noch auf dem Gymnasium in Prag gelernt. Besonders gedenkt er seiner damaligen Griechischlehrerin Anna Slováčková, der er die Astronautilia widmet. Schon damals soll er wegen seines besonderen Sprachtalents jährlich dem Schulleiter zu dessen Geburtstag eine griechische Ode in der Schulaula vorgetragen haben.(2) Allerdings musste er während der deutschen Besatzungszeit das Gymnasium verlassen, da er sich einen Spott über das Deutsche erlaubte, und konnte erst nach Kriegsende auf das Gymnasium zurückkehren und seine Schullaufbahn 1947 mit der Reifeprüfung beenden. Danach begann er zunächst ein Studium der Anglistik und Philosophie an der Prager Karlsuniversität, wurde jedoch bereits im Wintersemester 1948/49 wieder der Universität verwiesen, da er angeblich einen bewaffneten Aufstand vorbereitet haben soll. Beim anschließenden Prozess wurde er allerdings freigesprochen und konnte in den fünfziger Jahren an die Universität zurück, wo er von nun an Psychologie studierte. Nach dem Studium kam er an die Klinik für sexuelle Deviation und promovierte sich. Kurz darauf jedoch verließ er die Tschechoslowakei und floh nach England, wo er schließlich eine Anstellung im Severalls Hospital in Colchester fand.
Als Schriftsteller ist er erstmals im Jahr 1984 mit dem Roman Mrchopěvci hervorgetreten und für dieses Erstlingswerk, das in dem renommierten tschechischen Exilverlag Sixty-Eight Publishers in Toronto veröffentlicht worden ist, mit dem Egon-Hostovský-Preis für tschechische Exilliteratur geehrt worden. Der Roman ist mit bisher vier Auflagen (1984, 21990, 31999, 42015) das populärste Werk des Autors; die vorletzte Auflage ist zweisprachig mit englischer Übersetzung und die letzte Auflage nur in englischer Übersetzung erschienen. Bereits in diesem Werk steht ein griechisches Gedicht im Mittelpunkt der Handlung: eine 21 Verse umfassende „Ode auf Stalin“ (siehe dazu Δανιηλ 1989; Weise 2010; Baltussen 2015; Slavíková 2022, 301–303). Die „Ode“ ist eigentlich eine Invektive, die im Rahmen der Handlung von einem Schüler im Scherz auf den russischen Diktator verfasst wird. Lange Zeit später werden er und seine Frau kurz vor dem Ende der Stalinzeit mit diesem Gedicht erpresst. Der Roman weist neben der Ode die für den Autor typische Mehrsprachigkeit, derbe Erotik, Gattungsmischung (in den Roman sind zahlreiche Gedichte, zum Teil auch Noten eingelegt) sowie einen großen Reichtum an literarischen und zeitgenössischen Anspielungen auf. Hier benutzt er auch erstmals das Pseudonym Jan Křesadlo, das durch eine gleichnamige Figur in einem Manuskript aus dem 16. Jahrhundert angeregt worden ist. (3) Zahlreiche zum Teil noch unveröffentlichte literarische und künstlerische Arbeiten des Autors folgten bis zu seinem Tod. Zu den weiteren veröffentlichten Werken zählen die Romane Fuga Trium (1988), Vara Guru (1989), Girgal (1992), Zuzana a dva starci (1992), Zámecký pán aneb Antikuro (1992), Obětina (1994), La calle Neruda (1995). Ein Großteil der späteren Werke sind wie die Astronautilia bei dem tschechischen Verleger Ivo Železný erschienen, dem Křesadlo mit dem Roboter Ivo in seinem griechischen Epos ein literarisches Denkmal gesetzt hat (siehe Astr. 5,355; Weise 2024, 276f.; unten II.d). Neben den literarischen Arbeiten umfasst das Werk des Autors außerdem noch musikalische Kompositionen, Bilder und wissenschaftliche Schriften.
Bisweilen finden sich einige gemeinsame Figuren und Motive zwischen der Astronautilia und den anderen Werken. Neben griechischen Einsprengseln(4) und der Figur des Archivars(5) ist etwa als besonders auffälliges Beispiel der Seher Onufrius zu nennen, der sowohl im Roman Obětina (hier mit griechischen Einsprengseln auf S. LIXf.) als auch in Fuga Trium (S. 70) und schließlich als Gemälde innerhalb von Křesadlos Œuvre erscheint. Was speziell Homer angeht, ist ferner auf einige frühe Illustrationen Křesadlos zur Odyssee hinzuweisen, die Szenen darstellen, die zum Teil in der Astronautilia aufgegriffen werden (siehe Pinkava 2000, 20 Nr. 1–6).
Schließlich ist die Astronautilia auch nicht der erste Versuch in Richtung Science-Fiction. So bewegen sich etwa auch die Romane Fuga trium, Girgal und Kravex5 teilweise in diesem Genre. Inhaltliche Vorwegnahmen von Motiven der Astronautilia lassen sich vor allem in Girgal erkennen. Hier fällt zunächst die Namensähnlichkeit der Hauptperson des Romans „Girgal“ zum Volk der „Grogaler“ in der Astronautilia auf.(6) Girgal ist ein sprechender Hund, ein sogenannter „Kynanthrop“ (Girgal S. 22f.). Diese Eigenschaft teilt er mit dem grogalischen Seher Onufrius in der Astronautilia und dem Hund „Hirhula“ in Kravex5. Dann fallen besonders Bezüge zwischen der Religionskritik in den Gesängen Astr. 3, Astr. 15 und Astr. 18 der Astronautilia und der Rolle der Priester in Girgal auf. Hier finden sich etwa einschlägige Begriffe wie „Hierophant“ (Girgal S. 9 et al. ~ Astr. 5,233) wieder. Außerdem wird wie in Astr. 18 eine große Pyramide als Tempel benutzt und der Mond genießt wie in Astr. 3 besondere Verehrung. Des Weiteren fallen einige Gemeinsamkeiten aus der Beichte des Forbes zu Handlungselementen des Epos ins Auge. So berichtet Forbes, dass er mithilfe des Technikers Alkar und anderer ein Raumschiff entführte und einer der Entführer namens Günther damit zum Planeten Utop entfliehen möchte: Günther „wollte zum Planeten Utop fliegen, wo Würste auf den Bäumen wachsen, in den Flüssen Bier fließt und jeder mit jedem schläft. Alkar versuchte ihm damals vergeblich zu erklären, dass es diesen Stern nicht gibt.“ (Girgal S. 157; dt. Übersetzung Markéta Μěšťanová) Das entspricht fast wörtlich einer Passage aus dem XIV. Gesang der Astronautilia, wo der verräterische Kypta denselben Vorschlag macht ( Astr. 14,68–71.79–83). Die Beichte des Forbes aus Girgal ist auch insofern bedeutsam, da sie eindeutig die Kenntnis der Serie „Star Trek – TOS“ von Seiten des Autors belegt, da hier u.a. der Tempel eines Halbgotts „Spock“ erwähnt wird (Girgal, S. 152).
I.1. Inhaltliche Einführung
Der Handlungsbogen der Astronautilia ist schnell erzählt: Auf der Erde wird durch Zufall ein Schaf entdeckt, von dessen Wachsein die Existenz des Kosmos abhängt. Verliert das Schaf sein Bewusstsein oder stirbt es, hört auch unser Kosmos auf zu existieren. Daher wird das Schaf nach seiner Entdeckung unter Bewachung gestellt. Die Verantwortung für die Bewachung trägt Nemo, der Polizeichef der irdischen Metropolis. Als das Schaf aber von einem der Ingenieure namens Mandys gestohlen wird, erhält Nemo von den Herrschern den Auftrag, ihn und das Schaf zurückzubringen. Für die Suche bekommt er ein altes Schiff mit dem Namen „Tolma“, eine Besatzung und Waffen. Zu den wichtigsten Besatzungsmitgliedern zählen Nemos steter Begleiter, der Übersetzungstheroid Franta, der Arzt Elefas, der Ingenieur Burda, der Kampfroboter Ivo und der Reparaturroboter Tonda. Über mehrere Jahre ist man Mandys auf der Spur und bereist dabei viele unterschiedliche Welten. Schließlich flieht Mandys mit einer Zeitmaschine ins 20. Jahrhundert auf die Erde zurück. Nemo folgt ihm und kann ihn stellen. Um zurück in die Zukunft zu gelangen, hat sich Nemo mit seinen Freunden in der Tatra verabredet, benötigt dazu aber gefälschte Papiere, da er sonst nicht von Tschechien in die Slowakei gelangt. Er erhält Hilfe von dem Archivar Divíšek, dem er im Gegenzug eine Niederschrift seiner Abenteuer anbietet. Diese übergibt er Divíšek vor seiner Abreise. Der Text stellt sich jedoch als Epos in homerischen Hexametern heraus, weshalb sich eben jener Divíšek an Václav Pinkava wendet, damit dieser ihm das Werk ins Tschechische übersetzt. Als Pinkava sich wieder mit Divíšek in Verbindung setzen möchte, ist dieser verstorben, so dass unklar bleibt, ob Divíšek sich die ganze Geschichte nur ausgedacht und selbst verfasst hat oder das Werk tatsächlich von Kapitän Nemo erhielt.
Soweit also der Handlungsbogen mit Berücksichtigung des tschechischen „Vorspanns“ bzw. der lateinischen Synopsis. Was die Binnenhandlung des Werks angeht, bewegt sie sich größtenteils außerhalb der Erde. Auf der Erde sind nur die Rahmenteile (tschechischer Vorspann, Astr. 1 und Astr. 24) lokalisiert. Ansonsten spielt die Handlung auf unterschiedlichen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Keine dieser Welten ist genauer lokalisiert. Es werden weder die klassischen Sternzeichen ins Spiel gebracht noch die in anderer Science-Fiction-Literatur häufig begegnenden Nachbarsterne der Sonne wie Alpha Centauri, Aldebaran, Beteigeuze, Arktur oder Sirius. Es handelt sich also um ein vollkommen unbekanntes Universum. Es ist auch nichts darüber gesagt, inwieweit die Galaxis bzw. das Universum vom Menschen erschlossen ist. Nur an einer Stelle ist angedeutet, dass es weitere (menschliche?) Raumfahrer gibt und ein Teil des Kosmos kartographiert ist (Astr. 14,331–334). Nemo trifft niemals auf andere Menschen, nur zahlreiche außerirdische Humanoiden. Es gibt lediglich eine größere Organisation, die offensichtlich in großen Teilen des Astronautilia-Kosmos wirksam ist: die Zeitwächter (Astr. 21 und Astr. 24). Ihnen scheinen auch mehrere unterschiedliche Wesen aus der ganzen Galaxis anzugehören (Astr. 21,81–89). Ansonsten sind die einzelnen Welten meist vollkommen unabhängig voneinander. Nur im Falle von den Gesängen Astr. 9, Astr. 11 und Astr. 12 gibt es einen ursprünglichen evolutionären Zusammenhang zweier Welten miteinander. Neben der Erde gibt es schließlich nur einen Planeten bzw. einen Mond, der zweimal besucht wird. Es handelt sich um den Mond, auf dem der eigentlich tote Seher Onufrius (in Astr. 8 und Astr. 18) aufbewahrt wird. Ein einheitliches Band dieses Kosmos ist lediglich das „kosmosbetrachtende Schaf“ (μῆλον κοσμοθεωροῦν), von dessen Wachsein die Existenz von Nemos Kosmos abhängt. Immerhin wird aber durch den Seher angedeutet, dass es nicht nur diesen einen, sondern unzählige Kosmen gibt (Astr. 8,280–285).
Ebenso schattenhaft wie der Kosmos, den Nemo auf seiner Suche durchfährt, ist auch die Erde, auf der Kapitän Nemo bis zum Beginn seiner Mission als Polizeichef gelebt und gearbeitet hat. Es muss sich um eine hochtechnisierte Welt handeln, da sie offensichtlich ohne Probleme zur interstellaren Raumfahrt in der Lage ist. Außerdem verfügt sie über intelligente maschinelle und biologische Roboter. Was die Infrastruktur angeht, werden im Gedicht nur eine „Metropolis“ sowie „Archonten“ erwähnt, die über die Geschicke der Erde wachen. Die Schafhaltung wird offensichtlich nur noch in einem „Museum für frühere Landwirtschaft“ betrieben. Neben der Regierung der Archonten erfährt man am Rande noch von der Justiz, dem Polizeiwesen und der Existenz von Gefängnissen. Das Problem der Kriminalität scheint also noch nicht beseitigt. Von irgendwelchen materiellen oder sozialen Problemen ist jedoch nicht die Rede.
Diese Unschärfe in den Details trifft schließlich auch auf die Hauptfigur Nemo zu. Der Name ist aus der Literatur her reich konnotiert. Zunächst denkt man freilich an das Pseudonym des „listenreichen“ Odysseus οὖτις, mit welchem er den Zyklopen Polyphem in die Irre führt (vgl. Od. 9,366). Dann erinnert man sich natürlich sofort des schleierhaften Kapitän Nemo aus Jules Vernes Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“ (1869/70). Nemo spielt sogar selbst auf diese Traditionen an und gibt zu erkennen, dass Nemo nur ein Pseudonym ist, das er sich gegeben hat, da sein eigentlicher Name für uns Heutige unaussprechbar ist. Dieses Pseudonym ist jedoch in vielerlei Hinsicht passend. Denn nicht nur der richtige Name Nemos ist uns unbekannt, auch Nemo selbst bleibt trotz der vielen Abenteuer, die er erlebt, größtenteils ein Unbekannter. Aus seiner Vergangenheit erfährt man lediglich, dass er „Polizeichef“ auf der Erde war. Ob er wieder in seine Zukunft zurückgelangt, bleibt am Ende des Buches offen. Der Leser begleitet ihn also nur während seiner Jagd nach Mandys und dem Schaf ohne Rückblenden und Ausblicke. Immerhin geht aus der Schilderung im XIV. Gesang hervor, dass Nemo den „Erholungsplaneten“ schon vorher kannte (Astr. 14,103ff.). Daraus kann man schließen, dass dies nicht seine erste Weltraumreise ist und dass die Menschen einen Teil des Weltraums schon erschlossen haben. Insgesamt zeigt sich der Kapitän als mutig, ruhmbegierig und sogar, wie er selbst sagt, als Kyniker, der allen Reichtum verachtet. Doch trotz dieser heldenhaften Eigenschaften ist er auch nicht ganz frei von Fehlern. So greift er bisweilen vorschnell in fremde Welten ein, ohne die Konsequenzen richtig bedacht zu haben. Er überschreitet hier also die aus den Star Trek-Serien bekannte „Oberste Direktive“, nicht in fremde Zivilisationen einzugreifen. In Astr. 4 möchte er den Kreislauf des gegenseitigen Tötens von „Tierpflanzen“ beenden, indem er allen Zugang zum bisher nur unterirdisch fließenden Wasser gibt. Erst später bedenkt er, dass er durch Veränderung der äußeren Bedingungen zumindest nicht sofort auch die Natur der Lebewesen verändern kann (Astr. 4,126–129). Besonders deutlich aber tritt diese Problematik in Astr. 15 zutage. Dort tötet er ein kultisch verehrtes Ungeheuer, dem die Bevölkerung monatlich ein Mädchen opfern muss, und anschließend dessen gesamte Priesterschaft. Anstatt sich aber über die Befreiung zu freuen, ist die Bevölkerung des Planeten verängstigt und erzürnt, so dass Nemo am Ende selbst vor ihrem Zorn fliehen muss (Astr. 15,290–323).
Neben Nemo werden im Mannschafts-Katalog am Ende des ersten Gesanges noch der Universalübersetzer Franta (ein bioplastischer Roboter in Form eines Stinktiers), der Reparaturroboter Tonda und der Schiffsarzt Elefas vorgestellt. Später treten noch der Schiffsingenieur Burda (erste Erwähnung Astr. 3,233–236), der Kampfroboter Ivo (erste Erwähnung Astr. 5,351–355), der Schiffcomputer Caesar und der notorische Verräter Kypta in Erscheinung. Aus mehreren Stellen wird allerdings deutlich, dass die Besatzung noch mehr Mitglieder umfasst. Dies fällt vor allem daran auf, dass bisweilen Besatzungsmitglieder zu Tode kommen, die weder namentlich genannt werden noch zuvor in Erscheinung traten. Dies ist etwa im zweiten (Astr. 2,18f. [2 Männer] und Astr. 2,60–62 [2 Männer]) und achtzehnten Gesang (Astr. 18,54 und Astr. 18,59 [2 Männer]) der Fall. Man kann diese ungenannten Toten, die nur eingeführt werden, um kurz darauf zu Tode zu kommen, mit den sprichwörtlichen „Redshirts“ aus der Serie Star Trek TOS vergleichen,(7) wenn man nicht an die ebenfalls meist namenlos sterbenden Gefährten des Odysseus denken will.
Was mit dem heutigen Blick und auch im Vergleich zu bekannten frühen amerikanischen SF-Serien wie „Flash Gordon“ oder „Buck Rogers“ auffällt, ist, dass Nemo in der Astronautilia eine feste weibliche Partnerin (bei „Flash Gordon“ ist es Dale Arden, bei „Buck Rogers“ Wilma Deering) fehlt. Nur vorübergehend kann Nemo die Königin der schwanztragenden Frauen im IX. Gesang für sich gewinnen. Überhaupt erscheinen Frauenfiguren im Werk eher randständig und nicht sehr ausgeprägt; in Nemos Mannschaft fehlen sie völlig.
Für das anfängliche Dreiergespann aus Nemo, Franta und Tonda kann man etwa an Buck Rogers und seine zwei Robotergefährten Twiki und Dr. Theopolis erinnern oder an „Star Wars“ Anakin bzw. Luke mit den Robotern R2-D2 und C-3PO.
Obwohl es sich bei den einzelnen Abenteuern meist um in sich abgeschlossene Episoden handelt, die jeweils einen Gesang einnehmen, wird die Handlung durch mehrere Wiederaufnahmen zwischen der ersten und zweiten Werkhälfte zusammengehalten. Die wichtigste Klammer, welche die Episoden miteinander verbindet, ist jedoch zweifelsohne die Mission, „Mandys und das kosmosbetrachtende Schaf“ zu fangen. Der Leser wird daran immer wieder durch den Formelvers Μανδὺν ζητοῦντες καὶ μῆλον κοσμοθεωροῦν erinnert (zuerst Astr. 1,8). (8) Mehrfach wird er jeweils zu Anfang und am Ende der Gesänge wiederholt. Darüber hinaus sind die ersten vier Abenteuer noch ohne inneren Zusammenhang (Astr. 2, Astr. 3, Astr. 4, Astr. 5, Astr. 6). Danach baut der Autor mehrfach Handlungsbrücken. Erstmals ist dies zwischen Astr. 6 und Astr. 7 der Fall (Gefährten wollen zurück zum Doppelplaneten aus Astr. 6 und revoltieren deshalb). Eine größere Einheit bilden dann auch die Gesänge Astr. 9, Astr. 11 und Astr. 12, in denen das Schicksal der schwanztragenden Männer und Frauen behandelt wird. Verbunden sind ferner in der zweiten Werkhälfte die Gesänge Astr. 18 und Astr. 19 (Seher Onufrius) sowie Astr. 20 und Astr. 21 (hypnotische Tiere). Außerdem gibt es eine Wiederaufnahme zwischen den Gesängen Astr. 21 und Astr. 23 (Zeitwächter). Eine einzige fortgesetzte Handlung bilden schließlich die letzten Gesänge Astr. 22–Astr. 24 (Fangen von Mandys, Flucht desselben, Verfolgung, Zurücklassen auf der Erde), wobei der letzte Gesang die Verbindung zur im tschechischen Vorwort geschilderten Situation (Nemo mit Franta und Tonda auf der Erde des Jahres 1993 gestrandet) herstellt und auf diese Weise den Kreis zwar schließt, den Ausgang aber offenlässt. Obwohl das Epos selbst (größtenteils) chronologisch erzählt ist, greift der Autor, wenn man das tschechische Vorwort hinzuzieht, damit insgesamt doch auf den aus der Odyssee bekannten ordo artificialis zurück, da es sich bei dem griechischen Text eigentlich um eine Rückblende in Anlehnung an die Apologoi des Odysseus handelt (siehe dazu unten II.1.). Entferntere Handlungswiederaufnahmen über die beiden Werkhälften gibt es vor allem zwischen den Gesängen Astr. 7 und Astr. 14 (Kypta), Astr. 8 und Astr. 18–Astr. 19 (Seher Onufrius). Über die verschiedenen Handlungsbrücken hinaus gibt vor allem auch thematische und motivische Verbindungen. Ein ganz zentrales Thema bildet dabei vor allem Sexualität und Liebe sowie die Beziehung der Geschlechter zueinander (siehe dazu v.a. Weise 2024). Das Thema wird in unterschiedlichen Varianten in mehreren Gesängen durchdekliniert: Homosexualität und Hass der Geschlechter (Astr. 2, Astr. 12 hier jeweils weibliche Homosexualität, Astr. 16 männliche Homosexualität), „freie Liebe“ (Astr. 6), Unterdrückung des anderen Geschlechts (Astr. 9, Astr. 11, Astr. 12), Asexualität (Astr. 8, Astr. 16), Sodomie (Astr. 10), künstlicher Sexersatz (Astr. 11), „tödliche“ Liebe (Astr. 15), Sexualität und Liebe zwischen Robotern (Astr. 16), Fetisch (Astr. 21). Ein anderes wichtiges Thema ist der Krieg und dessen Folgen (Astr. 5, Astr. 6, Astr. 12) sowie Herrschaft und Abhängigkeit (Astr. 3, Astr. 6, Astr. 13, Astr. 16). Motivische Aufnahmen finden sich schließlich zwischen den Gesängen Astr. 2 und Astr. 12 (lesbische Frauen), Astr. 10 und Astr. 23 (Ergreifung und Flucht von Mandys), Astr. 17 und Astr. 20 (Weltraumpiraten). Ein rein äußerlich wiederholtes Motiv sind die „Aristien“ von Nemo und verschiedenen seiner Besatzungsmitglieder (Astr. 7, Astr. 12, Astr. 18, Astr. 21). Der Autor hat sich also durch unterschiedliche formale, motivische, thematische und inhaltliche Brücken darum bemüht, die Einzelgesänge des Werkes zu einer Einheit zu verbinden, was ihm auch zweifelsohne gelungen ist. Ein wichtiges Anliegen war dem Autor dabei sicher auch, die richtige Balance zwischen Abwechslung und Geschlossenheit zu finden, damit das Werk neben den inhaltlichen Aspekten auch unterhaltsam genug ist, um ein interessiertes Lesepublikum bis zum Schluss zu fesseln. Zweifelsohne gibt es „schwächere“ und „stärkere“ Partien. Besonders gelungen sind die Abschnitte, in denen der Autor seiner überreichen Fantasie freien Lauf ließ und die Handlung nicht durch theoretische Exkurse belastete. Dies findet sich vor allem in einigen kürzeren Gesängen sehr gut realisiert, wobei diese Einschätzung freilich auch stark subjektivem Empfinden unterliegen mag. Zu den „Kabinettstücken“ des Werkes zählen meinem subjektiven Empfinden nach vor allem die Gesänge Astr. 4 (Therophyten), Astr. 7 (Kosmobionten), Astr. 13 (insb. Astr. 13,318–377 über das „Monster aus dem Kleiderschrank“), Astr. 14 (Verfolgung und Ende Kyptas), Astr. 15 (Aufstand der Roboter), Astr. 21 (Station der Zeitwächter).
I.2. Entstehungsgeschichte
Die Astronautilia ist in einer unglaublichen tour de force in den letzten Lebensmonaten des Verfassers entstanden. Die erste Niederschrift des griechischen Textes mitsamt dem tschechischen und lateinischen Vorwort entstand in einem Zeitraum von fünf Monaten zwischen dem 29. Juli und 28. Dezember 1993. Die Niederschrift erfolgte in einem Zug, ohne dass der Autor zwischen den einzelnen Büchern gesprungen ist. Dies entspricht auch der sonstigen schnellen Arbeitsweise des Autors. Dass dieses gewaltige Unterfangen eine Art Wettlauf mit der Zeit war, bezeugen die griechischen Anmerkungen über den Fortgang des Werkes ab der zweiten Werkhälfte innerhalb des Manuskripts. So schreibt der Autor freudig nach Beendigung des XII. Gesanges in einer gerahmten Notiz: "!Ἥμισυ τῆς ἀοιδῆς ἑτοῖμον 24.11.1993 6:36 a.m." Nach XVIII heißt es mit einer hinzugemalten Hand: "!15.12.1993, 13:01 τρία τεταρτημόρια ἔπους ἕτοιμα. Χάρις θεῷ!" (M f. 174v oben). Und schließlich findet sich nochmals am Ende von XXI wiederum mit hinzugemalter Hand: "ἥμισυ τοῦ πυμάτου τεταρτημορίου ἕτοιμον: χάρις θέῳ [sic!]! 23.12.93 (14:27 p.m.)" (M f. 195r oben). Anhand der weiteren Datums- und Zeitangaben im Manuskript kann man die Entstehung vieler Gesänge sehr genau zeitlich fixieren:(9)
| Gesang | Entstehungszeit |
|---|---|
| I 1–37 | [30.7.1993] |
| I 38–II 118 | 31.7.1993 4.30 Uhr – 10.8.1993 15.08 Uhr (M f. 11v) |
| II 119–342 | 11.8.1993 7.39 Uhr – 13.8.1993 17.59 Uhr (M f. 11v; 15v; 18f) |
| III 1–197 | bis 19.8.1993 17.59 Uhr (M f. 23v) |
| III 198–271 | 20.8.1993 12.28 Uhr (M f. 25v) |
| IV 1–53 | 22.8.1993 4.30 Uhr (a.m.) – 9.33 Uhr (M fol. 26r; 27r) |
| IV 54–75 | 23.8.1993 (M f. 28r) |
| IV 76–135 | ab 25.8.1993 bis 15.12 Uhr (M f. 29r) |
| V 1–119 | 27.8.1993 7.00–19.30 Uhr (M f. 29v; 32r) |
| V 120–432 | 28.8.1993 4.30 Uhr – 31.8.1993 9.28 Uhr (a.m.) (M f. 32v; 42v) |
| VI 1–57 | 1.9.1993 – 3.9.1993 (M f. 42v; 45v) |
| VI 58–125 | 4.9.1993 (M f. 46r; 47v) |
| VI 125–224 | bis 7.9.1993 20.06 Uhr |
| VI 225–380 | bis 10.9.1993 21.46 Uhr (M f. 55r) |
| VII 1–26 | bis 11.9.1993 10.34 Uhr (M f. 56r) |
| VII 27–169 | bis 14.9.1993 14.51 Uhr (M f. 60v) |
| VII 170–247 | bis 15.9.1993 (M f. 62v) |
| VIII 1–300 | bis 20.9.1993 11.04 Uhr (M f. 72r) |
| IX 1–292 | bis 22.9.1993 14.26 Uhr (M f. 81v) |
| IX 293–378 | 23.9.1993 4.30 Uhr – 9.52 Uhr (M f. 81v; 84v) |
| X 1–49 | bis 24.9.1993 8.30 Uhr (M f. 86v) |
| X 50–104 | 22.10.1993 6.40 Uhr – 10.46 Uhr (M f. 86v; 88r) |
| X 105–XII 40 | bis 16.11.93 13.41 Uhr (M f. 103r) |
| XII 41–472 | 18.11.1993 – 24.11.1993 6.36 Uhr (M f. 105v; 106r; 112r; 118v) |
| XIII 1–XIV 132 | bis 7.12.1993 (M f. 134v) |
| XIV 133–XV 340 | 8.12.1993 – 13.12.1993 (M f. 134v; 153v) |
| XVI 1–XVIII 171 | bis 16.12.1993 13.01 Uhr (M f. 174v) |
| XIX 1–XXI 211 | bis 23.12.1993 14.27 Uhr (M f. 195r) |
| XXII 1–55 | 23.12.1993 bis 21.56 (M f. 196v) |
| XXII 56–XXIII 170 | [bis 26.12.1993] (M f. 205r) |
| XXIV 1–171 | 26.12.1993 – 28.12.1993 17.24 Uhr (M f. 205r; 210v) |
Es lässt sich bei der Arbeit also nur eine einzige größere Unterbrechung in der Zeit zwischen dem 24.9. bis 22.10.1993 feststellen. Die Übersicht zeigt weiterhin, dass Křesadlo an einem Tag im Durchschnitt etwa 100 Verse geschrieben hat. Außerdem ist bemerkenswert, dass er offensichtlich vielfach sehr früh am Tag zu schreiben begonnen hat. Mehrfach beginnt er bereits um 4.30 Uhr (31.7.; 22.8.; 28.8.; 23.9.). Er selbst hat über die Arbeit am Epos ein freies Gedicht geschrieben („O hvězdoplavbě“), das die Freude über das Abtauchen in fremde Welten mit dem Verharren in den eigenen vier Wänden kontrastiert.
Nach diesem ersten Arbeitsschritt ist dann vom 23. Januar bis 21. Februar 1994 die tschechische Versübersetzung des griechischen Textes entstanden. Hier ging die Arbeit also wesentlich schneller.
Abschließend hat Křesadlo dann noch einmal alle nichtgriechischen Textabschnitte mit der Schreibmaschine abgetippt und handschriftlich nachkorrigiert sowie den griechischen Text in Reinschrift abgeschrieben.
II. Intertextuelle Dimensionen
II.1. Homer
In Aufbau und Anlage ist die Astronautilia auf allen Ebenen sehr von den zwei homerischen Epen geprägt, vor allem aber von der Odyssee. Ihr Verhältnis charakterisiert der Dichter treffend, wenn er das Werk im Untertitel die „kosmische Kleinodyssee“ nennt. Der odysseische Charakter spiegelt sich grundlegend in dem als Ich-Erzählung angelegten griechischen Gedichttext wider, da sich Nemo bei der Abfassung in einer Situation befindet, die der von Odysseus bei den Phaiaken ähnlich ist: Für die Rückkehr in seine Zeit – die Dimension des Ortes bei Odysseus ist hier um die der Zeit erweitert – benötigt er die Hilfe des Archivars Divíšek, der ihm seine Papiere leihen soll. Als Gegenleistung verlangt dieser jedoch die geschriebene Erzählung seiner Abenteuer, um als Science-Fiction-Autor zu reüssieren. Zwar ist Nemo nicht gänzlich seiner Gefährten beraubt und muss offensichtlich auch keine Freier zu Hause fürchten, aber auch er wird auf diese Weise, nachdem er seine wahre Identität preisgibt, zum Erzähler seiner Abenteuer. Nur schaltet sich zwischen seine Ich-Erzählung, die insofern den Apologoi (Erzählungen) des Odysseus entspricht, der Übersetzer Franta ein, der die anzunehmende einfache Grunderzählung Nemos in „schönen Versen“ ausarbeitet.(10) Dadurch ergibt sich nun eine weitere interessante Analogie, nämlich die des mündlichen Erzählers und des Schreibers. Vielleicht darf man hierin auch einen Reflex der Oral-Poetry-Theorie sehen, wonach die Epen Homers zunächst mündlich komponiert und erst später verschriftlicht worden seien.
Zu dieser Grundkonstellation kommen deutliche Anklänge in der Struktur wie die Einteilung in 24 Gesänge und deren Zählung nach den Minuskelbuchstaben des griechischen Alphabets, ferner einzelne Anklänge an die traditionellen homerischen Epigraphai in den Überschriften zu den einzelnen Gesängen sowie schließlich zahlreiche wörtliche Anklänge in Formeln des Gedichttextes wie überhaupt dessen Formelhaftigkeit hinzu (siehe dazu Weise 2024). Es mag hier genügen auf einige prominente motivische Reminiszenzen hinzuweisen: Die "Hippies" aus dem Inneren des Doppelplaneten (Astr. 6) erinnern an die Lotophagen (Od. 9), die Befragung des toten Sehers Onufrius (Astr. 8) erinnert an die Befragung des Sehers Teiresias in der Nekyia (Od. 11), die Verwandlung von Männern in sprachunfähige Hunde (Astr. 9) erinnert an die Kirke-Episode (Od. 10), auch die Treulosigkeit von Nemos Mannschaft (Astr. 7 und 16) hat Entsprechungen in der Odyssee. Mit der Ilias lassen sich bspw. die Aristien der einzelnen Besatzungsmitglieder sowie die Androgynomachia in der Mitte des Werkes im XII. Gesang verbinden. Die Verfolgungsjagd zwischen Mandys und Nemo im letzten Gesang hat ein homerisches Pendant in der Verfolgung von Hektor durch Achilleus in Ilias 22. Für genauere Verbindungen sei auf die Einleitungen zu den Gesängen und den Similienapparat verwiesen. Charakteristisch für Křesadlos Werk ist, dass er die homerischen Episoden vielfach mit spezifischen Science-Fiction-Motiven "verfremdet". Bei den typischen homerischen Einleitungsformeln zu direkter Rede wird etwa meist hinzugesetzt, dass Franta die Rede übersetzt hat (siehe bspw. Astr. 2,98–100), oder wenn mit einem homerischen Vers der Aufgang der Morgenröte geschildert wird, ergänzt Křesadlo, dass es nicht unsere, sondern eine fremde ist (bspw. Astr. 2,66f.; siehe Weise 2024, 271).
II.2. Weitere antike Literatur und Kultur
Die sprachliche Nachahmung antiker Literatur in der Astronautilia scheint sich größtenteils auf Homer zu beschränken. Nur an wenigen Stellen lassen sich andere antike Vorbilder mit Sicherheit benennen. Dazu zählt z.B. der erste Vers des Werkes, den der Dichter mit kleineren Modifikationen der Batrachomyomachie entlieh, die er selbst ins Tschechische übertragen hat (siehe Komm. Astr. 1,1). Im VIII. Gesang spielt der Seher Onufrius auf die berühmten Verse aus dem Certamen Homeri et Hesiodi an: ἀρχὴν μὲν μὴ φῦναι ἐπιχθονίοισιν ἄριστον, / φύντα δ’ ὅμως ὤκιστα πύλας Ἀΐδαο περῆσαι (78,9) (siehe Komm. Astr. 8,265–269). Schließlich dürfte für die Thematik des II. Gesangs (Lesbierinnen, die ihre Männer getötet haben) die Lemnierinnen-Episode der Argonauten-Sage als Inspirationsquelle gedient haben. Ob er dafür freilich auf Apollonios Rhodios oder andere Quellen zurückgriff, ist nicht klar. Für eine gewisse oberflächliche Kenntnis von Apollonios könnte ferner die Übereinstimmung beim ersten Wort ἀρχόμενος zwischen Astronautilia und Argonautika sowie der Mannschaftskatalog (Astr. 1,179–202) sprechen, der an den Argonautenkatalog (A.R. 1,23–227) erinnert. Wahrscheinlich ist durch die Wortwahl an manchen Stellen, dass der Dichter auch mit Aristophanes vertraut war. Auch Herodot-Kenntnis darf man unterstellen.(11) Sicher ist schließlich noch Hesiod unter den Vorbildern zu nennen, dessen berühmte Verse aus den Erga τῆς δ’ ἀρετῆς ἱδρῶτα κτλ. (Hes. Op. 288–291) Křesadlo neben einem Zitat aus Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ seinem Werk voransetzte. Klarer Einfluss lateinischer Literatur war bisher bis auf einige dem Lateinischen entlehnte Wörter nicht auszumachen.
Außer in der Sprache spielt die Antike in der Astronautilia auch sonst eine eher geringe Rolle. Von den antiken Gottheiten werden allein Aphrodite, Eros, Apollon und die Musen genannt. Sie haben allerdings rein ornamentale Funktion und sind an keiner Stelle handelnde Personen. Ihre metonymische Verwendungsweise zeigt sich an der Einbindung in Formeln wie Κύπριδος ἔργα θεαίνης (Astr. 6,286) für „geschlechtliche Liebe“ und Μουσάων χαριέστατα ἔργα (Astr. 8,187) für „künstlerische Betätigung“. Sonst finden sich vor allem einige Mischwesen der griechischen Mythologie erwähnt, wie Kentauren (Astr. 18,tit. und Astr. 18,54), Satyrn (Astr. 9,64), Tritonen (Astr. 14,173), Hippokampen (Astr. 12,116) und Hermaphroditen (Astr. 2,161.166). Auch sie treten jedoch nicht als eigene Figuren auf, sondern dienen nur dem Vergleich. Von antiken Persönlichkeiten werden außer Homer nur Sophokles und Aristoteles erwähnt, wobei die über den Philosophen Aristoteles berichtete Anekdote auf einem im Mittelalter verbreiteten Erzählstoff gründet.
Inhaltlich wird bisweilen noch leicht auf die antike Philosophie angespielt. Da er Reichtum verachtet, bezeichnet sich Nemo etwa als Kyniker (siehe Komm. Astr. 7,105). Platon wird einmal in Form der allgemein geläufigen „platonischen Liebe“ erwähnt (Astr. 16,119). Außergewöhnlich ist sicherlich der Bezug auf die spätantiken christlichen Eremiten Paphnutios und Onuphrios (Astr. 18,95–100; siehe auch oben Abschnitt I). Solche spezielle Kenntnis der christlichen Hagiographie hat sich schon in Křesadlos Erstling Mrchopěvci gezeigt, wo er die Maria Aegyptiaca erwähnt.
Schließlich werden noch häufiger die Römer und das Lateinische zum Vergleich herangezogen. Insbesondere zeigt sich dies bei dem im XII. Gesang erwähnten Amphitheater.
II.3. Science-Fiction-Literatur und -Film
Von Anfang an tritt das Werk in bewusste Konkurrenz zu anderen Science-Fiction-Werken, da es nach der fiktiven Einleitung dazu dienen soll, dem Archivar Divíšek einen der begehrten Science-Fiction-Literaturpreise wie den Nebula zu verschaffen. In dieser Einleitung werden bereits namentlich mehrere SF-Schriftsteller genannt. So verweist Křesadlo als unmittelbare Parallelen zu den geschilderten Details der Einleitung auf die Kurzgeschichte „Der Untergang des Geschlechtes Votický“ von Karel Čapek sowie auf die Kurzgeschichte „Invasion vom Aldebaran“ von Stanisław Lem. Čapeks Text dient als Vorlage/Parallele für den hochgebildeten Archivar Divíšek, Lems Text als Vorlage/Parallele für den kosmischen Universalübersetzer Franta. Sowohl Čapek als auch Lem gehören zu führenden SF-Autoren und mit seinem Landsmann Čapek spielt der Autor auf die tschechische Tradition in dieser Gattung an.(12) Dadurch deutet der Autor nicht nur seine Vertrautheit mit der osteuropäischen Linie der wissenschaftlichen Phantastik an, sondern er bemüht sich das ganze Spektrum der modernen SF-Literatur abzudecken, indem er auch auf Autoren des 19. Jahrhunderts wie Albert Robida hinweist.
Aber auch im sonstigen Text werden immer wieder offene Referenzen zu anderer SF-Literatur und auch zu entsprechenden Filmen gemacht. Nicht namentlich genannt, aber wie aus auffälligen Parallelen in der Handlungsführung des Epos hervorgeht, wohl auch unter die Vorbilder zu rechnen ist etwa der SF-Pionier Garrett P. Serviss (1851–1929), der in seinen Erzählungen viele typische Motive der Space opera geformt hat.(13) Aus dem Bereich des Films tritt namentlich vor allem „Robocop“ in Erscheinung. Eindeutige Anspielungen bestehen ferner zur SF-Parodie „The Dark Star“ (Befragung des eisgefrorenen Onufrius) und möglicherweise auch zur Star Wars-Parodie „Space Balls“ (Luftverpestung). Die Serie „Star Trek“ ist etwa durch den Phaser und das in der Einleitung umschriebene Beamen ganz offensichtlich präsent. Adamovič gelangt daher zu folgender Gesamtcharakteristik des Werkes: „Es geht um ein Werk in Sprache und Form von Homers Odyssee, das inhaltlich Star Trek parodiert und voller Witze und Ideen ist, auf die wir bisher nur bei Stanisław Lem gestoßen sind.“ (Übersetzung Markéta Městanová)(14)
In vielerlei Hinsicht versucht der Autor auch thematisch an das Genre anzuknüpfen, indem er typische SF-Elemente bzw. -Motive in die Handlung integriert. Zu nennen sind hier vor allem Raumfahrt, Roboter/Androiden, nukleare Katastrophe, Monster, Zeitreise, Alternativwelten. Obwohl die Technik inzwischen rasante Fortschritte gemacht hat, gibt es auch noch etliche sogenannte Nova. An erster Stelle gehört dazu sicherlich die interstellare Raumfahrt, bei der immer noch zweifelhaft ist, ob sie jemals aufgrund der extremen Entfernungen im Weltraum möglich sein wird. Eine weitere unbewiesene Hypothese, die einen zentralen Teil, der Handlung ausmacht, ist die Existenz von außerirdischem Leben in anderen Sonnensystemen. Immerhin ist es der Wissenschaft bisher gelungen, die Existenz von Exoplaneten nachzuweisen, was bis in die 90-Jahre ebenfalls nur eine Hypothese gewesen ist, die in der SF-Literatur freilich schon lange verbreitet war, ja zu den Grundlagen des Genres überhaupt gehört. Eine wichtige Rolle in der Handlung spielt ferner die Kryostase, die bisher nur auf dem einfachen Zellniveau, nicht jedoch bei komplexeren Lebewesen, geschweige denn beim Menschen möglich ist. Schließlich gehört hierhin auch die Zeitreise, die zwar durch Einsteins Relativitätstheorie theoretisch möglich wäre, jedoch wahrscheinlich nicht in die Vergangenheit.(15) Das klassische Vorbild aus der Science-Fiction-Literatur für dieses Novum ist H. G. Wells Roman „The Time Machine“.(16)
II.4. Tschechische Literatur
Die Astronautilia steht nicht nur in der Tradition der griechischen Epik und der modernen SF-Literatur, sondern ist auch in ihrer Beziehung zum Heimatland des Verfassers und dessen Kultur und Geschichte zu sehen. So weist Tschechien sowohl in der Literatur als auch im Film eine eigene bedeutende SF-Tradition auf, die sich international vor allem durch die Autoren Karel Čapek und Křesadlos Zeit- und Zunftgenossen Josef Nesvadba durchgesetzt hat (auf Čapek geht z.B. die Bezeichnung „Roboter“ zurück).(17) Aus dem Bereich des SF-Films ist weiterhin besonders Karel Zeman und der SF-Film „Ikarie XB 1“ von Jindrich Polák zu nennen.(18) Ein besonderes Merkmal tschechischer SF, das auch in der Astronautilia ganz deutlich durchschlägt, ist der Hang zu Satire und zum Absurden.(19)
Im Einzelnen zeigt sich die Beziehung zur Literatur und Geschichte Tschechiens vor allem in der tschechisch geschriebenen Einleitung. Zunächst nennt der Autor mehrere Personen gleichen Namens. Dann bezieht er sich ausdrücklich, wie bereits oben erwähnt, auf Karel Čapek und entlehnt ihm die Figur des Archivars Divíšek. Auch Josef Nesvadba wird in der Einleitung genannt sowie das seit 1990 erscheinende tschechische SF-Magazin „Ikarie“.(20) Aber nicht nur in der Vorgeschichte spielt dies eine Rolle, auch im Epos selbst sind viele Anspielungen versteckt. Von Čapeks Theaterstück „R.U.R.“ etwa dürfte u.a. der Aufstand der Roboter im XVI. Gesang inspiriert sein. Nesvadbas „SexFiction-Roman“ „Zärtliche Apokalypse“ (tsch. „Hledám za manžela muže. Druhé tisicíletí neskontčí“, 1986) (21) hat vielleicht in Teilen die Handlung um die Androgynomachie in der Mitte des Epos beeinflusst. Ferner ist für die Hauptfigur Nemo auf die Trilogie zu Kapitän Nemo des „tschechischen Jules Verne“ J. M. Troska(22) und Nesvadbas zwei Erzählungen „Kapitän Nemos letztes Abenteuer“ und „Wie Kapitän Nemo starb (Lektüre über Makrokosmos)“ hinzuweisen. Jules Vernes Kapitän Nemo findet sich als Person außerdem kurz in Zemans Film „Das gestohlene Luftschiff“ (tsch. „Ukradená Vzducholod“, 1966). Stark wirkt der Jules-Verne-Roman auch in dem Film „Die Erfindung des Verderbens“ (tsch. „Vynález Zkázy“, 1957) von Zeman nach. Schließlich ist von Zeman noch dessen Film „Baron Münchhausen“ („Baron Prašíl“, 1962) zu erwähnen, der mit einer Mondszene anfängt und endet. Eine deutliche Verbindung zwischen Křesadlo und Zeman kann man vor allem in dem Rückgriff auf eine bewusst antiquierte Ästhetik sehen. So wie Zeman in seinen Filmen auf höchst kunstvolle Weise die Buch-Illustrationen und Technik des 19. Jahrhunderts als Kunstsprache wiederbelebt, greift Křesadlo auf das homerische Griechisch zurück. Der Unterschied dabei ist freilich, dass der hohe, antikisierende Stil bei Křesadlo durch die zum Teil derbe Erotik unterlaufen wird. Es bleibt als Gemeinsamkeit jedoch die offensichtlich typisch tschechische Tendenz zur Satire.
Außer Nemo haben noch andere Personen des Epos direkte Bezüge zur tschechischen Literatur(szene). So geht der Name des Hauptgegners Mandys offensichtlich auf den tschechischen Literaturkritiker Pavel Mandys zurück, der eine vernichtende Kritik zu Křesadlos Roman Zámecký pán aneb Antikuro (1992) geschrieben hat. Zwar konzidiert Mandys Křesadlo „eine gewisse Meisterhaftigkeit“ in technischer Hinsicht, zählt den Roman aber ansonsten zu den zweitklassigen Werken und ist hier in seiner Kritik vor allem am Anfang und am Ende sehr harsch: „Beim Gedanken daran, wie viele neue und auch etablierte Autoren auf ein gnädiges JA der Verlage warten, wundert man sich, wenn man sieht, welche Bücher das Privileg bekommen, herausgegeben zu werden. Solchen Schüssen an der Zielscheibe vorbei hat sich vor Kurzem auch der erste Roman aus der geplanten Ausgabe der Schriften von Jan Křesadlo ‚Der Schlossherr oder Antikuro‘ von dem Verleger Ivo Železný angeschlossen. […] Antikuro gehört zu den zweitklassigen Werken und das sogar unter den Werken des Autors selbst. Zwischen den Romanen ‚Fuga trium‘ und ‚Vara guru‘ sieht er wie ein nicht gelungener Bruder aus. Wenn die Empfängnis nicht verhindert werden konnte und die Abtreibung vergessen wurde, hätte das defekte Kind wenigstens verheimlicht werden können.“ (Übersetzung Markéta Městanová) (23) Křesadlo reagiert entsprechend, indem er Mandys in der Astronautilia in nicht weniger unschmeichelhafter Weise zu einer Art sodomistischem Thersites stilisiert. Alle Zweifel an der Gleichsetzung des kosmischen Diebes mit dem Literaturkritiker werden beseitigt, wenn es am Schluss des Epos von Mandys nochmals heißt, dass er im 20. Jh. „Journalist und Kritiker“ geworden sei (Astr. 24,156f.). Und auch an einer anderen Stelle des Werkes wendet sich Křesadlo ein weiteres Mal explizit an seine Kritiker (Mandys?), als er im VIII. Gesang schreibt: „Die Kritiker aber sind dumm in allen Wissenschaften und unfähig, den gelehrten Gegenstand zu begreifen. Deshalb zürnen die Kritiker und sagen auf törichte Weise, dass die Sachen langweilig seien.“ (Astr. 8,236–239)
Křesadlo hat aber in seinem Werk nicht nur mit seinen Kritikern abgerechnet. Ein literarisches Denkmal ganz anderer Art ist seinem Verleger Ivo Železný zuteil geworden. Dieser stand offensichtlich für den Kampfroboter Ivo (gr. Ἴβω) Pate, wie aus dem im Griechischen unverständlichen Wortspiel in Astr. 5,355 (Τῷ μὲν Ἴβω γ’ ὄνομ’ ἔσκεν, ἐπεί ῥα σιδήρεος ἦεν. – Dt.: „Er hatte den Namen Ivo, da er nämlich aus Eisen war.“) eindeutig hervorgeht. „Eisern“ hat im Griechischen keinen Bezug zu Ἴβω, in der tschechischen Übersetzung lautet der Vers jedoch: „Ten pak jméno měl Ivo že byl i železný zcela.“ (Dt.: Dieser hatte also den Namen Ivo, weil er auch ganz aus Eisen war.“) Der Nachname Železný bedeutet übersetzt „eisern“.(24) Ebenso ist auch die Erwähnung der Zeitschrift „Ikarie“ im „Vorspann“ (Předznamenání) der Astronautilia möglicherweise einer sehr wohlwollenden Rezension des Romans Fuga trium (1988) in derselben Zeitschrift durch Pavel Kosatík zu verdanken.(25)
Auffällig ist weiterhin die Einbeziehung aktueller Debatten in das Epos. So werden im griechischen Text die Tagebücher des tschechischen „Nationalschriftstellers“ Karel Hynek Mácha erwähnt (Astr. 16,344–346). Im Entstehungsjahr des Epos, 1993, erschien in Prag eine von M. Pohorský herausgegebene Edition „Intimní Karl Hynek Mácha“, in der die chiffrierten Teile von Máchas Tagebucheinträgen zu lesen waren, in denen er die sexuellen Erfahrungen mit seiner Geliebten Eleonora (kurz: Lori) Šomková schildert. Dies löste in Tschechien einen kleinen Skandal aus, da der Dichter an diesen Stellen, die in den bisherigen Ausgaben meist unterdrückt oder nicht dechiffriert wurden, sehr unbefangen und unverblümt über seine Sexualität schreibt.(26) Darauf bezogen lässt Křesadlo den bioplastischen Roboter Franta also sagen: „So hat auch Mácha, der weise Dichter der Böhmen, dumme und schlechte Tagebücher geschrieben, die ihm Schande unter den Späteren brachten.“ (Astr. 16,344–346). In der tschechischen Einleitung spielt Křesadlo ferner auf die Aussage Milan Kunderas an, die bessere Hälfte der Nation hätte 1948 auf Seiten der Revolution gestanden. (27) Auch dies war Auslöser einer Debatte in Tschechien, die Křesadlo in sein Werk einfließen lassen hat.
Neben literarischen Anspielungen klingt ziemlich unverhohlen auch aus einigen Stellen Kritik an der politischen Entwicklung seiner Heimat heraus. In der Einleitung etwa nimmt er Bezug auf die Teilung der ehemaligen tschechoslowakischen Republik, indem sich Nemo einen fremden Pass besorgen muss, um aus Tschechien in die Slowakei zu gelangen („Aber da die Slowakei mittlerweile ein unabhängiger Staat geworden sei, benötige er einige Papiere für den Fall, dass sie ihn an der Grenze kontrollieren sollten.“). Divíšek stellt ihm seinen Reisepass zur Verfügung mit der Bemerkung: „Ich werde Ihnen auch meinen Reisepass leihen, damit Sie sich einen falschen machen können für den Fall, dass die Slowaken jetzt diesen anstelle des Ausweises sehen wollen – sie könnten die Regeln geändert haben, man kann ihnen nicht trauen.“ Und im Epos wird im XIII. Gesang auf die politische Wende vom Sozialismus zur Demokratie Bezug genommen. Es ist davon auszugehen, dass sich in dem Werk noch mehr einzelne Andeutungen verstecken.
II.5. Neualtgriechische und neulateinische Literatur
Eine besondere Stellung nimmt die Astronautilia unter anderem deshalb ein, weil man sie in eine Tradition neuzeitlicher Literaturproduktion in altgriechischer Sprache seit der Renaissance stellen kann. Křesadlo scheint sich dessen zumindest in Teilen bewusst zu sein, wenn er die Wahl von homerischen Hexametern auf einen Fehler des Universalúbersetzers Franta zurückführt, der die Gegenwart mit dem 16. Jahrhundert verwechselt habe. In der Tat erlebt die neualtgriechische Literatur, insbesondere die Dichtung, im westlichen Europa des 16. Jahrhunderts vor allem in protestantisch geprägten Ländern eine Blüte. Diese Tradition des Griechischschreibens und vor allem -dichtens setzt sich besonders auch in England fort, wo Křesadlo seit 1968 im Exil lebte. Dass er diese englische Tradition zumindest exemplarisch kannte, belegt ein Interview, in dem er eine griechische Inschrift von Edgar Lobel aus dem Queen’s College in Oxford auswendig rezitiert.(28) Ob oder was er darüber hinaus davon kannte, muss offenbleiben.
Unabhängig davon, ob er sich dessen tiefer bewusst war, kann man die Astronautilia darüber hinaus in einen größeren Rahmen von altsprachlicher Literatur einordnen, die sich seit dem 19. Jahrhundert teils in spielerischer, teils satirischer und teils kritischer Weise mit Erscheinungen der Moderne auseinandersetzt. Ein besonderer Reiz besteht dabei oft – wie in der Astronautilia – darin, moderne technische, politische oder alltägliche Dinge mit den Möglichkeiten der alten Sprachen so zu beschreiben, dass die Zeitgenossen diese erkennen und das sprachliche Vermögen des Verfassers schätzen können. Häufig, aber nicht immer geschieht dies von einer konservativen Grundhaltung aus. Beispielhaft ist hier etwa aus dem angelsächsischen Raum eine Reihe von Beschreibungen moderner Länder oder Orte in Sprache und Stil Herodots zu nennen, aus dem deutschen Sprachraum die griechischen Komödien von Julius Richter, aus der neulateinischen Literatur die Satiren und Texte von Pierre Esseiva, Jacobus Johannes Hartman, Josef Eberle und Harry C. Schnur.
Wahrscheinlich wird Křesadlo dies jedoch nicht in größerem Umfang gekannt haben. Sicher ist dies nur für eine Reihe von neulateinischen Texten, die sich um Christian Morgensterns (1871–1914) bekanntes Gedicht „Das Mondschaf“ reihen. Morgenstern hat sein Gedicht selbst als Lunovis ins Lateinische übertragen. Dass Křesadlo diesen Text kannte, der ihm als wesentliche Anregung zum „kosmosbetrachtenden Schaf“ in der Astronautilia gedient haben dürfte, wird durch zweierlei belegt. Zum einen hat Křesadlo als Illustrator an einem Gedichtband seines Landsmannes Libor Koval mitgearbeitet, der zwei tschechische Mondschafgedichte von Koval selbst sowie deren lateinische Übertragungen durch den Komponisten und neulateinischen Dichter Jan Novák enthielt.(29) Zum anderen hat dann auch Křesadlo ein lateinisches Mondschafgedicht mit dem Titel Lunagna in Anlehnung an Morgenstern und Novák in seinem Sonettzyklus Kniha sonetů 100a aneb zpanělé formalismy gedichtet.(30)
Als Gegenstück aus neuerer Zeit, das in ähnlich kreativer Weise wie Křesadlo Science-Fiction und Quantenmechanik mit einer Präsentation diesmal in lateinischer Sprache kombiniert, kann man das Mammutprojekt der Heptologia Sphingis des amerikanischen Autors Stephen A. Berard anführen, von dem bisher die Bände Capti (2011) und Praecursus (2019) erschienen sind.
III. Zur Sprache der Astronautilia
Die hervorragende Kenntnis der Werke und Sprache Homers sowie der kreative, sprachschöpferische Umgang mit den Möglichkeiten des Griechischen überhaupt von Seiten des Autors Křesadlo verdient ohne Zweifel unsere Anerkennung und Bewunderung. Da in der diplomatischen Version auf textkritische Eingriffe weitgehend verzichtet worden ist, kommt man dennoch für ein tieferes Verständnis des Werkes nicht umhin, auf etliche „Eigenheiten“ in der Behandlung der Sprache hinzuweisen. Schnell fallen bei der genaueren Lektüre teils gravierende Fehler in Morphologie, Grammatik und Idiomatik des Griechischen auf. Man darf die Sprache daher sicherlich nicht nach Maßstäben des antiken Sprachgebrauchs beurteilen, sondern muss oftmals den modernen Sprachgebrauch zugrunde legen. Im Folgenden seien einige Fälle aufgeführt, die sich aufgrund ihrer Wiederholung systematisieren lassen.
III.1. Abweichende Lautung
Bisweilen verwendet der Autor antike Begriffe mit abweichenden Lautungen, die wohl darauf zurückzuführen sind, dass er die Begriffe ohne Wörterbuch aus dem Gedächtnis heraus aufschreibt. Markante Beispiele sind:
- Zusammengeschriebenes δέτε statt δέ τε: Regelmäßig schreibt Křesadlo die Verbindung δέτε, die er analog zu καί verwendet, zusammen (siehe Astr. 1,22 mit Anm.). Dies findet sich auch häufiger in älteren Drucken und mag daher bewusst nachgeahmt sein.
- Bedeutungserweiterung von ἤ und ἠέ im Sinne von ἠδέ: Verwirrend ist für Leser die Verwendung der Partikel ἤ bzw. ἠέ, welche eigentlich „oder“ bedeutet. In diesem Sinne findet sie sich auch in der Astronautilia (z. B. Astr. 2,12), weitaus häufiger aber bedeutet sie so viel wie καί. Ein illustratives Beispiel dafür ist der letzte Vers des Proöms: Ἔσπετε νῦν ἡμῖν τάδε, ὦ θεὸς ἠὲ θέαιναι ( Astr. 1,9 mit Anm.). Da der Autor in den ersten beiden Versen sowohl zum „Chor der Musen“ als auch zum „Herrscher Apollon“ betet, ist klar, dass die Bedeutung nicht „Gott oder Göttinnen“, sondern „Gott und Göttinnen“ sein muss (im Tschechischen: „bože, vy bohyně také“). Es liegt nahe, dass Křesadlo die sehr ähnlichen Wörter ἠδέ und ἠέ verwechselt hat. Allerdings ist auffällig, dass ἠέ nicht einfach ἠδέ verdrängt hat. Dieses ist nämlich auch, wenngleich selten, an einigen Stellen zu lesen (z. B. Astr. 3,41).
- ἔπειτα im Sinne von ἐπεί (vielleicht in Anlehnung an Herodots ἐπείτε) (siehe bspw. Astr. 1,209) und umgekehrt ἐπεί im Sinne von ἔπειτα (siehe Astr. 24,105.118)
- ἐϋκυῖα statt ἐϊκυῖα u.ä. (siehe bspw. Astr. 8,37)
- ἕως oder ἥως wird im Sinne von ὡς ("wie") gebraucht (siehe bspw. Astr. 1,137)
- κοίραμος oder κόραμος statt κοίρανος (siehe bspw. Astr. 1,20 mit Anm.)
- πλεῖν oder πλέον mit Negation findet sich häufig in der Bedeutung von οὐκέτι/μηκέτι (siehe bspw. Astr. 6,355 οὐ πλέον ἔσκον statt οὐκέτι ἔσκον, aber richtig Astr. 12,458)
- ποίμη statt ποίμνη (siehe bspw. Astr. 23,106)
- Erweiterter Gebrauch des Demonstrativsuffixes -δε im Sinne des epischen τε: Die Demonstrativpronomina ὅδε, ἥδε und τόδε werden mehrfach als Relativpronomina gebraucht, z. B. Astr. 4,63f. (σχήμασι παντοδαποῖσι, τάδ’ ὑπολαβεῖν γε δύναιτο / φρὴν βροτὸς ἀνθρώπου). Vielfach herrscht auch Unklarheit, ob der Autor an das bloße Demonstrativpronomen denkt oder an den demonstrativisch gebrauchten Artikel mit δέ zur Abgrenzung eines vorangehenden Gedankens. Dies zeigt sich besonders in den Abweichungen zwischen E und M bei der Zusammenschreibung in solchen Fällen. Eine seltsame Kombination stellt auch die häufige Zusammenschreibung von Interrogativ- oder Indefinitpronomina mit -δε dar. Ersteres lässt sich leicht korrigieren, wie z. B. in Astr. 1,10 Ποῦ ἀρχήν γε λάβοιμι, τί δὲ [τίδε E] πρότερον καταλέξω (vgl. auch Astr. 12,357 mit richtiger Worttrennung). Schwieriger ist der zweite Fall wie in Astr. 1,28: δείκυται ὡς τίδε δεῖ εἶναι ὂν κοσμοθεωροῦν. Einen Kontrast hatte der Autor hier wohl nicht im Sinn, sondern die Verbindung τίδε = τι soll bloß verallgemeinernd wirken.
- Einfügung von Füllkonsonanten zur metrischen Dehnung: Um Wörter mit zu vielen Kürzen besser ins Metrum einzupassen, fügt Křesadlo häufiger Konsonanten ein. So finden sie etwa eingeschobenes μ oder ν: ἱμάντια statt ἱμάτια (Astr. 2,26), φιλμοφάεινα statt φιλοφάεινα (Astr. 5,246), διάφορμον statt διάφορον (Astr. 10,23), κύρμνον statt κύρμα (Astr. 14,144), ἐμπήλυγα statt ἐπήλυγα (Astr. 20,33); eingeschobenes σ: δυναστόν statt δυνατόν (Astr. 13,212); eingeschobenes δ: χαλύβδῳ statt χαλύβῳ (Astr. 12,372)
- Tmesis findet sich nicht nur bei Verben, sondern auch bei Nomina und Adjektiven. Siehe z.B. in Astr. 3,101 ἀνὰ γὰρ λόγος (= ἀνάλογος γάρ); 15,224 (εὖ … χαριστιακῶς); 16,358 ἀπὸ τῦπος (= ἀπότυπος); 17,88 ἀντί γε φεισριακόν (= ἀντιφεισριακόν γε); 18,50 διὰ ἔσκε φανές (= ἔσκε διαφανές); 19,100 ἀνὰ μὲν λογίης (= ἀναλογίης μέν); 23,53 ἄντι δὲ σήκωσις (= ἀντισήκωσις δέ)
III.2. Abweichender Kasusgebrauch
Die griechischen Kasus werden vom Autor zum Teil „normwidrig“ verwendet. Markante Beispiele sind:
- Dativ statt Genetiv: Häufiger findet sich in der Astronautilia der Dativ statt des Genetivs, und dies nicht nur bei speziellen Wörtern und Verbindungen, sondern auch bei ganz gängigen Fällen. Vor allem sticht dies bei der Präposition ἐκ/ἐξ ins Auge, die nicht nur, aber gelegentlich statt mit dem Genetiv in der Astronautilia auch mit dem Dativ steht. Siehe z. B. Astr. 1,188 ἐκ κύστῃσιν. Ferner steht der Dativ mehrfach anstelle des Genetivus partitivus (z. B. Astr. 1,196 πρῆγμά τι τοῖς πολλοῖς, ἃ δ’ ἐνὶ πλοίῳ ἐνέασιν) und Genetivus comparationis (z. B. Astr. 2,194 μείζονες τῇ χθονίῃ [sc. σελήνῃ]).
- Genetiv statt Akkusativ: Bspw. Astr. 14,248 χρυσοῦ δ’ οὐ τιμῶ statt χρυσόν
- Genetiv statt Dativ: Bspw. Astr. 22,77 σὺν τούτου μήλου statt τούτῳ μήλῳ
- Akkusativ statt Genetiv: Bspw. Astr. 12,74 ψυχὰς φείδεσθαι statt ψυχῶν
III.3. Abweichende Akzentuierung
Die besonderen Regeln zur Akzentuierung im Griechischen sind eine häufige Fehlerquelle sowohl in der Astronautilia als auch in anderen neuzeitlichen Texten auf Altgriechisch. Im Falle von Křesadlo scheint es sowohl Fehler als auch bewusste Neuinterpretationen zu geben. Der markanteste Fall einer wohl bewussten Abweichung könnte bei den Partizipien und Infinitiven des starken Aorist vorliegen, wo sich Křesadlo möglicherweise bewusst an die Barytonese des äolischen Dialektes anlehnen wollte (siehe Astr. 1,194 mit Anm.). Dies legt zumindest seine Nachahmung von Alkaios in einem griechischen Gedicht aus der Sammlung Sedmihlásek nahe.(31)
Weitere markante Fälle sind:
- bisweilen ἧμος statt ἦμος, z.B. Astr. 2,24.66.324 etc.
- ἤϋτ(ε) statt ἠΰτ(ε), z.B. Astr. 3,135; Astr. 4,35.121 etc.
- ἶς statt ἴς, z.B. Astr. 3,183.201.256 etc.
III.4. Vokabular
Wie jeder andere Text ist die Astronautilia auch ein kleines Sprachmuseum. Die Besonderheit dabei ist jedoch, dass sich durch die Wahl der homerischen Sprache als Medium die Geschichte der Wörter besonders weit zurückverfolgen lässt. Da sich der Autor aber durch sein Thema auf das homerische Griechisch weder festlegen wollte noch konnte, kann man in der Astronautilia im Kleinen aus sprachlicher Sicht sowohl die Geschichte der gesamten griechischen Sprache wie auch des modernen wissenschaftlichen Fortschritts repräsentiert sehen. So gesellen sich zu dem homerischen Substrat viele Wortprägungen und Neuschöpfungen aus der griechischen Dichtung und Prosa des 5. bis 4. Jhs., einer Zeit, in der in Griechenland das Drama (Aischylos, Sophokles, Euripides), die Historiographie (Herodot, Thukydides, Xenophon), Rhetorik (Lysias, Isokrates, Demosthenes) und Philosophie (Platon, Aristoteles) zur vollen Blüte gelangten. Eine kleine Gruppe von Wörtern repräsentiert die kühnen Wortschöpfungen der früheren Chorlyrik (Pindar) und der erneuten Blüte der griechischen Dichtung während des Hellenismus (Kallimachos). Andere originär prosaische Wörter gehen auf Schriftsteller der Zweiten Sophistik aus der Kaiserzeit zurück (Plutarch). Überhaupt spiegelt sich Rom und die römische Kaiserzeit durch lateinische Lehnworte wider, die Křesadlo allerdings teilweise direkt aus dem Lateinischen entlehnt hat, ohne dass sie sonst im Griechischen belegt sind. Schließlich gibt es auch Wortmaterial, das erst seit der Spätantike belegt ist. Damit ist der Bereich der antiken Gräzität verlassen. Die Zeit der Osmanenherrschaft über Griechenland wird durch einige türkische Lehnworte repräsentiert, die Křesadlo über das Neugriechische einfließen lassen hat (τουφέκι von türk. „tüfek“, χάπι von türk. „hab“). Auch die italienische Dominanz in Griechenland ist durch aus dem Neugriechischen übernommene Lehnworte wiederzuentdecken (βόμβα, κάλτσα, σκάκι). Dann spielen natürlich die wichtigen Entdeckungen und Wortprägungen der Wissenschaft des 17./18. (Astronomie: „Teleskop“; Anfänge der „Elektrik“) sowie die neuen Theoreme und Ausdifferenzierungen des 19./20. Jhs. (Informatik; moderne Fortbewegungsmittel: Motorrad, Helikopter; Raumfahrt; Robotik) eine zentrale Rolle, denen auch wesentlich die Ausprägung der Science Fiction als Genre sowie von dessen genrespezifischer „techno bubble“ zu verdanken ist. Ein autorenspezifisches Element sind einige Lehnworte oder phonologische Wiedergaben slawischer bzw. tschechischer Wörter oder Wortformen („hippiř“, „klokan“). Zuletzt zeichnet sich die Zurückdrängung der griechisch-lateinischen Terminologie in der Gegenwart durch phonologische Wiedergabe einiger englischer Termini ab („databank“, „imprinting“, „phaser“, „sci-fi“, „skunk“, „space suit“, „suspended animation“).
III.5. Neologismen
Um die Sprache dem Stoff anzupassen, hat der Autor etliche Neologismen und neue Junkturen erfunden. Er konnte dabei die große Flexibilität des Griechischen in der Wortkomposition nutzen. Bei den Neologismen handelt es sich somit auch zumeist um Komposita. Besonders häufige Kompositionsglieder sind hierbei vor allem ἀστρο-, κοσμο- und -φόρος.(32) Übrigens unterscheidet sich der Autor hier wesentlich von der neugriechischen Terminologie, die in Anlehnung an die Kompositionsglieder der anderen modernen Sprachen space (engl.), spatial (frz.), Raum- (dt.) die Wörter διαστημο- bzw. διαστημικός für alles verwendet, was mit dem „Weltraum“ zu tun hat. Hier können etwa die Begriffe διαστημόπλοιο („Raumschiff“), διαστημική πλοήγηση („Raumfahrt“), διαστημικός σταθμός („Raumstation“) etc. angeführt werden.
- ἀστ(ε)ρο-: ἀστροπορεύω (zuerst Astr. 1,204), ἀστρονέω (zuerst Astr. 3,1), ἀστροπορευτής (zuerst Astr. 4,29), ἀστερόναυς (zuerst Astr. 6,16) (vgl. frz. „astronef“), ἀστροπορευτήρ (zuerst Astr. 7,154), ἀστροπόλος (zuerst Astr. 8,240), ἀστροοχευτής (zuerst Astr. 9,375), ἀστροπορεία (zuerst Astr. 10,98), ἀστροφυγάς (zuerst Astr. 11,110), ἀστροπόρος (zuerst Astr. 11,126), ἀστερόπλοιον (vgl. ngr. διαστημόπλοιο und ἀστρόπλοιο „Raumschiff“) (zuerst Astr. 13,286), ἀστερόλαβρος (zuerst Astr. 14,37), ἀστροσύνη (zuerst Astr. 21,70)
- κοσμο-: κοσμοθεωρέω (zuerst Astr. 1,8), κοσμοσκοπιή (zuerst Astr. 1,34), κοσμοοράω (zuerst Astr. 1,163), κοσμοπορεύω (zuerst Astr. 1,206), κοσμοοδεύω (zuerst Astr. 2,142), κοσμοβίων (zuerst Astr. 7,39), κοσμοπορευτής (zuerst Astr. 8,84), κοσμοφόρος (siehe unter -φόρος), κοσμοπόρος (zuerst Astr. 10,124), κοσμοόρωσις (zuerst Astr. 11,62)
- -φόρος: ὁρκοφόρος (zuerst Astr. 2,282), ῥαμφοφόρος (zuerst Astr. 3,9), χλωροοφυλλοφόρος (zuerst Astr. 4,23), οἰκτιροφόρος (zuerst Astr. 6,101), κηροφόρος (zuerst Astr. 6,353), λυγροφόρος (zuerst Astr. 7,76), πυραυλοφόρος (zuerst Astr. 7,141), χρουνοφόρος (zuerst Astr. 8,292), βιοφόρος (zuerst Astr. 9,6), κοσμοφόρος (zuerst Astr. 10,76), προβοσκοφόρος (zuerst Astr. 10,163), φεισροφόρος (zuerst Astr. 11,10), μηλοφόρος (i.S.v. „schaftragend“, zuerst Astr. 11,122), δεινοφόρος (zuerst Astr. 12,24), ὑπνοφόρος (zuerst Astr. 21,106), κρηκτοφόρος (zuerst Astr. 23,63), δακρυποίητος (Astr. 18,133)
- -φορέω: οὐλοφορέω (zuerst Astr. 8,132), ὀλβοφορέω (Astr. 6,286)
- -φορευτος: ἐχθροφόρευτος (Astr. 11,206), κερκοφόρευτος (Astr. 11,304), βιοφόρευτος (Astr. 13,201), κιστοφόρευτος (Astr. 7,131) (belegt aber κιστοφόρος)
- Weitere nicht-belegte Komposita: ἀγριοεργός (Astr. 9,185), αἱματοχεύη (Astr. 2,126), αἰψακίνητος (Astr. 6,111), ἀλγόφιλος (Astr. 12,365), ἀλλότοπος (Astr. 18,90), ἀμβλύνοος (Astr. 3,96), ἀνδρογυνομαχία (Astr. 12,tit.), ἀνδροδικαστής (Astr. 5,373), ἀνδροποιητής (Astr. 6,272), ἀνδροφύλαξ (Astr. 5,366), ἀνθόφιλος (Astr. 8,38), ἀντιλογίζω, ἀντιπέτασμα (Astr. 20,37), ἀρσενόθηρ (Astr. 13,100), ἀρχιδοτήρ (Astr. 7,61), ἀρχικύων (Astr. 9,96), ἀρχιμεθήτωρ (Astr. 9,51) ἀστυνόμαρχος, ἀϋτμοφιλέω (Astr. 12,56), βαθύφαραγξ, βιοδωτήρ (Astr. 4,122), δωμοφύλαξ (Astr. 2,293), ἑλκόπους (= εἰλίπους) (Astr. 10,29), ἐνδοφορεύω (Astr. 2,267), ἐπιχθονόμετρον (Astr. 11,300), εὐπτερόεις (Astr. 8,94), ἡδυπαραισθεσεωνγενετής (Astr. 21,30), θηλυγάμος (Astr. 16,232), θηροκάρηνος (Astr. 3,126), καλεργής (zuerst Astr. 1,211), κορωνοκάρηνος (Astr. 3,15), κουφοδοτήρ (Astr. 3,114), κρύπτανδρες (Astr. 2,325), λυγρολόγος (Astr. 2,230), μετάθημα, παραισθεσεωνγενετής (Astr. 21,32), περίκαινος (Astr. 5,226), ποικιλόηλος (Astr. 2,75), ῥευματοπύλη (Astr. 3,60), σοφόμωρος (Astr. 5,134), ταχύγυιος (Astr. 4,109), ὑδραυλολογιστής (Astr. 3,254), ἀγλαόζωος (Astr. 11,36), δεινομάχος (Astr. 6,234), δεινοτόκος (Astr. 5,354), δημονοείη (Astr. 11,78), ῥευματόπληξις (Astr. 8,207), ῥευματοπύλη (Astr. 3,60), θηλυτύραννος (Astr. 11,208), θήρανδρες (Astr. 3,116), θηρόφυτος (Astr. 4,17), θηροφυλάσσω (Astr. 2,272), θηρόφιλος (Astr. 2,270), ἰχθυόκερκος (Astr. 14,207), Κακόμανδυς (Analogiebildung zu Κακοίλιος), καταβάθρα (Astr. 12,187), κατοικοδόμος (Astr. 6,244), κερκογυνή (Astr. 9,281), κερκοκόρη (Astr. 11,278), κοπρολαλία (Astr. 8,296), κρυόπηκτος (Astr. 21,7), κυνόκρατος (Astr. 22,91), λαβροποτάζω (Astr. 10,145, analog zu οἰνοποτάζω und λαβροποτέω), λεσβογυνή (Astr. 2,241), μανικώδης (Astr. 15,268), μελάμβροτος (Astr. 8,122), νευροτέτυκτος (Astr. 16,123), ξεινόγλωσσος (Astr. 20,19), ξεινόγλωσσος (Astr. 20,19), ξεινόφιλος (Astr. 11,101), ὀμβριμόφυτος (Astr. 13,235), οὐρανοναύτης (Astr. 10,68), παντομεταφρήζων (Astr. 2,199), πέντανδρες (Astr. 5,128), πηλοφιλέω (Astr. 9,165), ποικιλόηλος (Astr. 2,75, analog zu hom. ἀργυρόηλος), ποικιλοχρώματος (?) (Astr. 8,33), πολύπυκνος (Astr. 3,194), πολύρηκτος (Astr. 12,5), πορνοποιός (Astr. 11,143), πυελολάπτω (Astr. 9,194), ῥευματόπληξις (Astr. 8,207), σαρκοπλαστής (Astr. 9,366), σαρκόπλαστος (Astr. 9,202), σοφόμωρος (Astr. 5,134, vgl. Lukian μωρόσοφος), σπερμοδοτήρ (Astr. 12,404), τανύουρος (Astr. 16,53), τεχνομαθής (Astr. 8,257), τεχνόσοφος (Astr. 13,259), τεχνονόμος (Astr. 23,161), φαρμακοβαπτίζω (Astr. 17,167), φεισροβόλος (Astr. 18,146), φυτότειχος (Astr. 8,151), χεροηδής (Astr. 13,22), χρουνοπλεκτήρ (Astr. 21,183), χρουνοπορεύω (Astr. 19,149), χρουνοσχιστήρ (Astr. 19,213), χρουνοφύλαξ (Astr. 20,1), χρυσογενητής (Astr. 24,35), ψιττακοκένταυρος (Astr. 18,tit.), ὠκυπετεινός (Astr. 8,220)
- Besonders gelungene Junkturen mit Neologismen des Autors sind die Verbindungen λιμὸς δακόγαστρος (Astr. 9,195) („magenbeißender Hunger“) und φύλακες πολύωμοι (Astr. 13,182) („vielschultrige Wächter“). Hervorzuheben ist auch die Bildung πυελολάπτω (Astr. 9,194) zur Bezeichnung des Fressens nach Art der Hunde, die ihr Essen aus einer „Wanne lecken“.
- Eine lexikalische Besonderheit stellt ferner die Schallwortbildung ὔγυγλα dar. Als sich das Gehirn des Sehers Onufrius zu zersetzen beginnt, kann er nicht mehr sprechen. Wohl in Anlehnung an die letzten verständlichen Worte τύχην γλίχομαί σοι (Astr. 19,214), endet seine Rede in unverständlichem, aber verskonformem „Glucksen“: Γύγλα ὔγυγλα ὔγυγλα ὔγυγλα ὔγυγλα ὔγυγλα (Astr. 19,215).
III.6. Latinität
Was bisher über das Griechische des Werkes gesagt worden ist, gilt zum größten Teil auch für die lateinische Epistola ad lectorem doctum. Auch hier fallen etliche „Normverstöße“ auf, aber insgesamt ist der lateinische Text mit modernem Sprachempfinden gut verständlich.(33) Das Vokabular ist zunächst mit vielen Modernismen (bspw. bioblastus, consumare, communicare, cosmicus, directe, idioma, universalis, translator, traducere, incorrecte, incontrare, identificatio, archivarius, astronauta, fictio scientifica, internationalis, originalis, introductorius) durchsetzt.
Auffällig ist ferner die häufige Verwendung von weitreichenden, oft nachgestellten Partizipialkonstruktionen (bspw. hoc modo degenerationem indicans humanitatis, hac ratione constructus, decem myriadas sciens linguarum, ratione ioculi sic constructa, librum manuscriptum ferente, illo modo archivarium persuadens, confundente tempus praesens cum illo XVIi saeculi, illum laudantes).
Auch in der Orthographie gibt es kleinere Irrtümer. Mehrfach etwa hat Křesadlo Doppelkonsonanten geschrieben, wo nur ein einfacher Konsonant verlangt ist: vollo statt volo, immo statt imo, immitari statt imitari, opportet statt oportet, tullit statt tulit, obtullit statt obtulit, ferrente statt ferente, ommittitur statt omittitur, umgekehrt aber auch einmal helenizat statt hellenizat. Schließlich zählt zu den Orthographica auch die Verwechselung von e und i bei arteficialis statt artificialis. Inwieweit dadurch eine bestimmte Einfärbung beabsichtigt ist, ist unklar. Etwas Anderes sind wiederum einige ungewöhnliche Konstruktionen:
- brevior antiquae (Genetiv statt Ablativus comparationis)
- putans quod statt putans + AcI
- quoad poëmatis praesentis prosodiam statt quod ad poëmatis praesentis prosodiam attinet
Nichtsdestoweniger scheint der Autor auch ein gewisses Empfinden für Satzklauseln gehabt zu haben. So sind offensichtlich spondeische und trochäische Satzklauseln gesucht: humānĭtātĭs (Ditrochäus), ēst ādiūnctă (Dispondeus), sūnt căpācēs (Ditrochäus), ēxplĭcāntŭr (Ditrochäus), īndīcātō (Dispondeus), ādnŏtāntŭr (Ditrochäus), sīc cōnstrūctă (Dispondeus), aevī cōnfūndēns (Dispondeus) etc. Ferner wird der Satzschluss an einigen Stellen durch kleine Hyperbata hervorgehoben: degenerationem indicans humanitatis, loco legas indicato, nonnullas nosse linguas.
Der Drucksatz lässt unter anderem durch die reiche Kommasetzung und die zahlreichen et-Kürzel erkennen, dass auch eine gewisse Nähe zu lateinischen Renaissance-Texten gesucht ist.
Fußnoten
- (1)Siehe zu Leben und Werk v.a. Častková 2004; https://slovniky.ucl.cas.cz/index.php/KŘESADLO_Jan_-_1926_(SL45,aut) (letzter Zugriff 30. Juli 2026).
- (2)Vgl. auch Astr. Vorwort,7f.
- (3)Es handelt sich um eine bekannte liturgische Handschrift in Klatovy, welche auf f. 156v am linken Rand zwei gemalte Figuren, darunter einen bärtigen „Jan Krzesadlo“, aufweist. Siehe Manuscriptorium (Digitalisat der Handschrift im Portal „Manuscriptorium“). Der Autor besaß ein Foto dieser Handschrift, das in seinem Arbeitsraum hing. Nach Aussage Pinkavas ist er durch einen Patienten darauf aufmerksam gemacht worden und hat das Pseudonym gewählt, um bei Veröffentlichung seines ersten Romans „Mrchopèvci“ nicht Verwandte in der damals noch kommunistischen Tschechoslowakei in Bedrängnis zu bringen. Siehe Hanuška 1996, 636 und 639; Částková 2004, 15f.; www.youtube.com/watch?v=bWm9Bfc9ZGA (Interview des Autors im „Viola“ in Prag mit englischem Untertitel seines Sohnes Václav Z. J. Pinkava).
- (4)Homerzitate finden sich etwa in La Calle Neruda (S. 34.140.148) und Dům (S. 48); ein auch in der Astronautilia (Astr. 8,265–268) verwendetes Theogniszitat (Thgn. 1,59–68) in Zámecký pán aneb Antikuro (S. 130) und in dem postum erschienenen Roman Skrytý život Cypriána Belvy (S. 167); Onufrius mit magischen griechischen Formeln in Obětina (S. LIXf.).
- (5)Der nur im Předznamenání (Astr. Vorspann) und der lateinischen Synopsis (Astr. Synopsis) erwähnte Archivar Divíšek ist zwar einerseits durch eine Kurzgeschichte von Karel Čapek angeregt, dürfte andererseits aber auch auf eine echte Begebenheit Pinkavas mit einem Patienten anspielen, auf die auch sein Pseudonym Jan Křesadlo zurückgeht (siehe oben). Die Figur des Archivars tritt daher bei Křesadlo mehrfach auf. Siehe Částková 2004, 16 (mit Hinweis auf die Figur des Dr. Pitro in Obětina).
- (6)In einer „Entschuldigenden Anmerkung“ („Omluvná poznámka“) am Anfang des Romans betont Křesadlo, dass der Name „Girgal“ eine Erfindung von ihm („můj výmysl“) sei und ihm erst im Laufe des Schreibens die Namensgleichheit mit dem Verleger Otto Girgal aus der Zeit der ersten Republik aufgefallen sei. ( Girgal S. 5f.) Später erfährt der Leser, dass der Name „Girgal“ eigentlich ein Kode für die Nummer 79-XVIII-71/XII ist (Girgal S. 12): Die Zählung erklärt sich, wenn die Buchstaben a bis i des Alphabets für die arabischen Zahlen 1 bis 9 stehen und die Buchstaben j bis z für die römischen Zahlen X bis XXV, also G = 7, i = 9, r = XVIII, g = 7, a = 1, l = XII (Girgal S. 13). Weitere fantastische Namen aus dem Roman sind etwa „Kwekwork“ (Girgal S. 7 et passim), „Kpwekpwok“ (Girgal S. 9), „Schrl“ („Archihierophant“, zuerst Girgal S. 17), „R-r-K“ (Name der Hauptstadt, Girgal S. 17), „Grak“ (Schrls Sekretär, zuerst Girgal S. 19).
- (7)Siehe dazu https://de.wikipedia.org/wiki/Redshirt (Zugriff 31. Juli 2026).
- (8) Eine Sammlung aller Stellen findet sich im Kommentar zu Astr. 1,8.
- (9) Die Zeilenangaben richten sich nach der Zählung in der Druckedition.
- (10) Am Ende des Epos nennt er sich und seine Leistung nochmals in einer Art Sphragis, in der er davon spricht, dass er das Epos in der Sprache der alten Argiver στίχοις καλοῖς zusammengestellt habe (Astr. 24,164).
- (11) Siehe Astr. 9,45f. (διὰ ἣν αἰτίην […] / ἄλλους ἀλλήλους τε μάχῃ φονέειν ἐθέλοντο) ~ Hdt. 1 pr. (δι’ ἣν αἰτίην ἐπολέμησαν ἀλλήλοισιν); Astr. 7,111 (πολλοὶ δ’ ἄνθρωποί εἰσιν, παῦροι δέ τε ἄνδρες) ~ Hdt. 7,210 (ὅτι πολλοὶ μὲν ἄνθρωποι εἶεν, ὀλίγοι δὲ ἄνδρες).
- (12) Zu Lem und der polnischen SF-Literatur vgl. z.B. Rottensteiner 1984 (128–141 mit Bibliographie zum Thema); zu Čapek und der tschechischen SF-Literatur vgl. z.B. Brousek 1984 (141–144 Bibliographie).
- (13) Zu Serviss vgl. Bleiler 1990, 665–668 (mit Zusammenfassungen der einzelnen Romane). Besonders zu erwähnen sind die beiden Romane „Edison’s Conquest of Mars“ (1898), einer Fortsetzung zu Wells „The War of the Worlds“, und „A Columbus of Space“ (1909). Serviss ist stark auf unterhaltsame, spannende Handlungsverläufe fixiert und bringt einfallsreiche Gadgets an. Bleiler merkt zu „Edison’s Conquest of Mars“ an: „Obviously hastily written, with loose ends and crudities, but historically interesting for the early use of many motives later common in space opera.“ (ders. 665).
- (14) Siehe Adamovič 1996: „Jde o dílo v jazyku a formě Homérovy Odysey, obsahově parodující seriál Star Trek a nacpané žertíky a nápady s jakými jsme se dosud setkávali snad jen u Stanislawa Lema.“
- (15)Die Möglichkeit von Zeitreisen hat u.a. Stephen Hawking in mehreren seiner Bücher diskutiert, vgl. Hawking 1997, 196–211; Hawking 2002, 139–161.
- (16)Zum Motiv der Zeitreise in der Science-Fiction-Literatur vgl. z.B. Wuckel 1986, 229–232.
- (17) Zur Bedeutung Čapeks siehe u.a. Suvin 1979, 305–319. Kurze Abrisse der tschechischen Science-Fiction-Tradition auf Deutsch finden sich bei Fischer 1983, 340–343 (ältere Literatur) und Železný 1989, 331–335 (neuere Literatur seit Beginn der 80iger Jahre des 20. Jhs.). Einen etwas ausführlicheren Überblick in Englisch bietet Adamovič 1990.
- (18) Zu „Ikarie XB 1“ siehe Seeßlen/Jung 2003, I 262f.; ebd. II 681. Zum osteuropäischen SF-Film allgemein siehe ebd. II 677–687 (680f. speziell zu tschechoslowakischen Filmen). Seeßlen/Jung heben als Charakteristikum vieler tschechoslowakischer Filme ihren „satirischen Ton“ hervor. Diese Tendenz findet sich zweifelsohne auch in der Astronautilia an vielen Stellen widergespiegelt.
- (19) Vgl. Fischer 1983, 341: „Die tschechische Literatur besitzt zudem eine besonders große satirische Tradition, für die ein Hang zum Absurden charakteristisch ist.“; Železný 1989, 335: „Eine Besonderheit unterscheidet jedoch die tschechische Science-fiction-Literatur recht eindrucksvoll von der internationalen: Sie wird von mindestens ebensoviel Autoren mit humanistischer wie mit technischer Ausbildung geschrieben. […] Das ist auch die Ursache dafür, daß sich die Autoren mehr auf psychologische und ethische Probleme des heutigen und zukünftigen Menschen konzentrieren als auf eine rein abenteuerliche, technische und kosmische SF, und wohl auch die Ursache für die humorvolle Betrachtungsweise, die satirische Übertreibung, die mitunter mit einer Parodie des Genres einhergeht.“ Siehe ferner Adamovič 1990, 57, der sogar im negativen Sinne von einer „overproduction of humorous and ironic SF“ spricht. Vor allem die Ausführungen Železnýs lassen sich in vielfacher Hinsicht auf Křesadlo übertragen.
- (20)Zu Nesvadba siehe Adamovič 1990, 51f. In seiner Rezension zur Astronautilia, die 1996 ebenfalls in der Zeitschrift „Ikarie“ erschien, geht Adamovič auch kurz auf die Erwähnung der Zeitschrift ein: „Mimochodem se zde mihne i Ikarie (použitá jako poznávací znamení při schůzce). Je to poprvé, kdy náš časopis figuruje v realitě literárního díla.“ (Adamovič 1996, 60) Übersetzung: „Übrigens erscheint hier kurz auch Ikarie (als Erkennungszeichen bei einem Treffen). Es ist das erste Mal, dass unsere Zeitschrift in der Realität eines anderen literarischen Werkes existiert.“ (Übersetzung von Markéta Městanová).
- (21)Auf Deutsch Nesvadba 1992.
- (22)Siehe dazu kurz den Hinweis bei Fischer 1983, 342.
- (23)Siehe Mandys 1992, 10.
- (24)Železný ist ein bekannter tschechischer Kenner und Verleger phantastischer Literatur (vgl. Fischer 1983, 342). Auf deutsch ist die von ihm herausgegebene Anthologie „Neue Sterne“ (1. Aufl. Berlin 1985) erschienen. Auf dem Schutzumschlag ist Folgendes zu ihm ausgeführt: „Ivo Železný, 1950 in Prag geboren, hat Nordistik und Anglistik studiert und den Doktortitel erworben. Er ist Verlagslektor in Prag und Herausgeber mehrerer erfolgreicher Anthologien internationaler Science-fiction sowie der Sammelbände tschechischer und slowakischer SF 'Es geschah morgen' (1984) und 'Rückkehr zum Planeten Erde' (1985).“ (Železný 1989, Schutzumschlag) Zur Bedeutung der beiden von Železný herausgegebenen Sammelbände für die tschechische SF-Literatur siehe auch Adamovič 1990, 54f.
- (25)Kosatík beendet seine Rezension mit den Worten: „Jan Křesadlo mě dostal.“ (Dt.: Jan Křesadlo hat mich umgehauen.“) (Übersetzung Markéta Městanová). Siehe Kosatík 1991, 60.
- (26)Zu den chiffrierten Teilen des Tagebuchs und dessen Veröffentlichung siehe Mácha 2000, 418f.; zum Verhältnis zwischen „Lori“ und Mácha ebd. 401f.
- (27)Siehe Astr. Vorspann,38f. (lepší půkly národa). Zur Äußerung Kunderas und der Diskussion vgl. bspw. Dichter mit wenig Verständnis für "Revolution" hat es auch gegeben | Radio Prague International (Zugriff 31. Juli 2026).
- (28)Siehe dazu Weise 2022, 553f. Das Interview kann man anschauen unter: www.youtube.com/watch?v=bWm9Bfc9ZGA.
- (29)Siehe Koval 1980, 152–155.
- (30)Ein Digitalisat des handschriftlichen Zyklus ist abrufbar auf der Seite www.kresadlo.cz (über die Startseite auf den Reiter „Bibliografie/Writings“, dort der erste Link oben; von den aufgeführten Manuskripten Rozličnosti aneb Xenoglossie, hier S. 63). Siehe ausführlich zu den Gedichten und ihrer Verbindung Weise (geplant).
- (31)Zu Alkaios-Kenntnis siehe auch Weise 2010, 447.
- (32)Zur Häufigkeit von Wortneubildungen mit den Komponenten „Astro-“ und „Kosmo-“ in der Science-Fiction-Literatur und der Austauschbarkeit beider Komponenten siehe auch Siebold 2000, 63. Bei den Komposita mit -πορεύειν und -πόρος handelt es sich freilich um Analogiebildungen zu den entsprechenden ποντο-Komposita ποντοπορεύειν (Od. 5,277) und ποντοπόρος (Od. 12,69) bei Homer.
- (33)Wie das Griechische hat auch das Lateinische häufiger Eingang in die Werke des Autors gefunden. Besondere Erwähnung verdient hier etwa das in leoninischen Hexametern abgefasste zweiseitige „Intermezzo III“ in dem Roman Obětina (ebd. S. LXXXIIIf.).
Editionsrichtlinien
I. Textgrundlage
Diese Neuedition ruht auf drei Grundlagen: dem Erstmanuskript des Autors (M), dem Typoskript samt Reinschrift des griechischen Textes (T) und der Editio princeps (E) aus dem Jahr 1995. Besondere Berücksichtigung hat dabei T als letzte autorisierte Fassung des Autors gefunden, sie wurde mit M und E verglichen. Spätere Zusätze aus E wie das Vorwort von Wallace McLeod und die Würdigung Křesadlos am Ende fehlen daher in dieser Edition. Im Folgenden sollen die Erstedition und das Erstmanuskript kurz charakterisiert und signifikante Unterschiede benannt werden:
E = Ἰωάννης Πυρεῖα Ποιήτου [sic!] ἀδήλου: ἈΣΤΡΟΝΑΥΤΙΛÍΑ ἢ ἡ Μικροοδυσσεία ἡ κοσμική/Jan Křesadlo překlad z řeckého originálu neznámého autora HVĚZDOPLAVBA aneb Malá kosmická odysea. Praha: Ivo Železný, 1995.
Das Buch ist folgendermaßen aufgebaut
| Seite(n) | Inhalt |
|---|---|
| o.S. | PREFACE (von Wallace McLeod, datiert auf den 24. Juni 1995) |
| I-II | PŘEDMLUVA |
| III | EPISTOLA AD LECTOREM DOCTUM |
| IV-VI | SYNOPSIS BREVIOR illius „Předznamenání“ i.e. PROOEMII BOHEMICI |
| VII-XVI | PŘEDZNAMENÁNÍ |
| 1 | (Titelblatt) |
| 2–248 | (Griechischer Text und tschechische Übersetzung in doppelseitigem Druck: Linke Seite jeweils griechisch, rechte Seite tschechisch) (doppelseitige Seitenzählung) |
| 249 | VYSVĚTLIVKY |
| 250 | KOMENTÁŘ K DOKONČENÉMU PŘEKLADU |
| 251–255 | GLOSSARY OF UNUSUAL FORMS AND WORDS |
| 256–257 | ΤΟΥ ΕΠΟΥΣ ΕΥΡΗΤΗΡΙΟΝ |
| 258 | CELKOVÝ OBSAH – GENERAL(IS) INDEX |
| 259 | JAN KŘESADLO *9.12.1926 – † 13.8.1995 |
| 260 | (Foto einer Maske des Autors) |
| 261 | (Griechisches Gedicht des Autors mit tschechischer Übersetzung) |
Der griechische Text ist nur als Faksimile der Reinschrift des Autors in dieser Ausgabe abgedruckt. Die Schrift entspricht den heute üblichen Konventionen. An wenigen Stellen finden sich allerdings auch noch einige der in byzantinischer Zeit üblichen Ligaturen, so bspw. E p. 28 (Astr. 3,138) καὶ, E p. 256 τοῦ ἔπους, E p. 234 (Astr. 22,146) μήλου.
Manchmal gibt es Fehler bzw. Abweichungen in der Verszählung, die meist auf Versausfall zurückzuführen sind. Ein interessantes Beispiel ist Astr. 12,260‒264. Im griechischen Text ist die Nummerierung von Vers Astr. 12,260 um einen Vers nach hinten verrückt. Zwischen der Nummer 255 und 260 liegen also fünf statt vier Verse. Dies wird dadurch im tschechischen Text ausgeglichen, dass dort der eigentliche Vers 260 fehlt. Dafür gibt es im griechischen Text keine Entsprechung für Vers 264: Veliké tesáky zuby měl ve svém rypáku hnusném. Ein Blick in das Erstmanuskript lehrt, dass der Autor hier im griechischen Text den Vers χαυλιόδοντας ὀδόντας ἔχων χαλεπῷ ἐνὶ ῥύγχῳ wohl versehentlich ausgelassen hat.
Außerdem finden sich auch in der Reinschrift noch deutliche Autorkorrekturen, bspw. Astr. 12,328 μυστικόν zu μυστικός, Astr. 12,361 αὐτογόνων (hier ist αὐτ- eine offensichtliche Überschreibung). Astr. 13,328 πολυπίκρῳ (Es handelt sich um eine deutliche Überschreibung). Ferner im Faksimile zu erkennen in Astr. 15,77.85.97.
M = Erstmanuskript des Autors (jetzt im Památník národního písemniství, Prag)
Das Erstaunlichste an M ist, dass es neben dem Text einige Randzeichnungen des Autors enthält, die in E fehlen. Sie beschränken sich jedoch auf Gesang Astr. 13 (f. 119v. 120r. 129c r), Astr. 17 (f. 164r) und das Ende des Gedichtes (f. 210v). Die Zeichnungen zu Astr. 13 und Astr. 17 zeigen in den Gesängen beschriebene Außerirdische. Am Ende des Gedichtes ist neben ΤΕΛΟΣ und Frantas Pfotenabdruck noch ein Bild von Franta selbst beim Schreiben vom Autor gezeichnet worden. Außerdem finden sich an wenigen Stellen metrische Schemata (f. 12r. 175v).
Von besonderem Wert für die Textkonstitution ist M dadurch, dass darin einige Verse enthalten sind, die in T/E wohl aus Unachtsamkeit beim Abschreiben ausgelassen worden sind. Dass sie dennoch in den Text gehören, zeigt der Abgleich mit der tschechischen Übersetzung.
Der Vergleich zwischen beiden Textzeugen zeigt einige kleinere Änderungen, die Křesadlo hin zur Reinschrift durchgeführt hat. Die interessanteste davon ist wohl, dass er in M die Gesänge Astr. 8–Astr. 14 nicht wie sonst mit Ἀστροναυτιλίης und dem jeweiligen Buchstaben, sondern mit Κοσμοναυτιλίης überschrieben hatte. Es scheint daher, dass er eine Zeit lang erwog, sein Werk Κοσμοναυτιλία zu nennen. In den Gesängen nach Astr. 14 ist er davon allerdings wieder abgekommen.
Kleinere konsequente Änderungen betreffen vor allem die Junktur ζακενὸς κόσμος, bei der der Autor in T (E) ζακενός regelmäßig durch γλαφυρός ersetzt hat (Astr. 1,4 etc.). Weiterhin sticht die Ersetzung von ursprünglich μεταθήτωρ im Binnenvers durch μεταφρήζων ins Auge (eine der wenigen Stellen, wo das Umgekehrte der Fall ist, findet sich in Astr. 2,163). Dies lässt sich wohl darauf zurückführen, dass man bei μεταθήτωρ an den meisten Stellen von einer Längung des Alphas durch Konsonantendoppelung (μετάθθητωρ) ausgehen müsste, während bei μεταφρήζων Muta cum liquida längt. Fast durchgängig ist auch die ursprüngliche Schreibung ῥηδιο- mit ionischem Eta anstelle von Alpha für das lateinische Kompositionsglied radio- durch ῥαδιο- ersetzt worden. Nur an wenigen Stellen ist die Fassung mit Eta in T (E) stehengeblieben (bspw. Astr. 23,156 ῥηδιοφωνεύων). Schließlich fällt noch im gesamten Text die Ersetzung der Endung -ωτες bei den Partizipien reduplizierter Aoriste oder des Perfekts durch -οντες auf. Dies ist teilweise erst nachträglich in T (E) geschehen, wie man unschwer im Faksimile an den entsprechenden Stellen erkennen kann (z. B. Astr. 1,212).
II. Anlage der Edition
Die Astronautilia adäquat für unterschiedliche Gruppen von Lesenden oder potentiell Interessierten in einer Neuausgabe aufzuarbeiten ist kein leichtes Unterfangen. Einige der Schwierigkeiten wurden schon in der Einleitung skizziert. Am nächsten käme man dem Werk sicherlich, wenn man für den griechischen Text, wie dies auch gemäß der Geschichte die Erstedition getan hat, ein Faksimile der Reinschrift benutzen würde und dieses entsprechend durch Anmerkungen kommentiert. Technisch wäre dies zumal in einer digitalen Edition sicherlich ohne Probleme möglich. Selbst manchen im Griechischen bewanderten Personen fällt allerdings das Lesen der gleichwohl gut geschriebenen Handschrift schwer. Außerdem wird dadurch die technische Weiterverarbeitung zum Teil erschwert. Daher wurde für diese Edition zunächst ein Transkript in Druckschrift erstellt. Diese "diplomatische" Fassung orientiert sich an der Reinschrift aus T bzw. E. Dieser Text wurde anschließend mit dem Erstmanuskript (M) verglichen. Sofern besondere Abweichungen zwischen der Reinschrift und dem Manuskript im Wortlaut festgestellt wurden, sind diese im M- oder Handschriftenapparat erfasst. Hier sind vor allem mehrere Zusatzverse zu erwähnen, die der Autor bzw. Herausgeber absichtlich oder versehentlich in der Reinschrift bzw. der Erstedition ausgelassen hat. Um die Vergleichbarkeit mit der Erstedition zu wahren, wurde deren teilweise inkorrekte Verszählung übernommen (Astr. 11 ab V. 200; Astr. 17 ab 109; Astr. 18 ab 138; Astr. 20 ab 55 und 189). Die Verszählung des Erstmanuskripts (M) wurde nicht berücksichtigt. Zusatzverse haben daher, wenn sie überzählig sind und als versehentlich ausgelassen in den Text übernommen wurden, die Nummer des vorangehenden Verses mit einem entsprechenden Buchstaben in der Reihenfolge des lateinischen Alphabets erhalten. Zur Orientierung zwischen den Fassungen wurden jeweils die Seiten- bzw. Blattangaben aus M, T und E im Text notiert.
Dazu tritt ein kritischer Apparat, der vor allem auf Besonderheiten in der Akzentuierung, Orthographie und ähnliches hinweist (die üblichen Formen werden meist durch debuit angezeigt). Auf grammatische Korrekturen wurde hier weitgehend verzichtet, da dies größere Eingriffe in den Originaltext zur Folge gehabt hätte.
Ein Similienapparat weist auf sprachliche Vorbilder aus der griechischen Literatur (insbesondere natürlich Homer), Neologismen, besondere Wörter und Parallelen innerhalb des Werkes hin. Die Autoren- und Werkkürzel richten sich hier nach dem LSJ. Astr. steht für Astronautilia. Schließlich gibt es noch kurze Anmerkungen, in denen unter anderem auf sprachliche Besonderheiten sowie inhaltliche Vorbilder eingegangen wird.
Der diplomatischen Fassung des griechischen Textes ist eine leicht normalisierte Fassung an die Seite gestellt, in der vor allem die Akzentuierung und Zeichensetzung “standardisiert” worden ist. Die grammatischen “Anomalien” (bspw. abweichender Kasusgebrauch wie Dativ statt Genetiv, siehe Sacheinführung III.2.) dagegen wurden beibehalten. Die “normalisierte” Fassung dient vor allem einem altphilologischen Publikum als Lese- und Verständnishilfe. Ergänzend kommen eine metrische Analyse der griechischen Hexameter und Auszeichnung von metrischen Besonderheiten (versus spondiaci, Monosyllaba am Versschluss) hinzu.
Die deutsche Übersetzung ist in Prosa und orientiert sich am griechischen Text, sofern dieser für sich verständlich ist. In unklaren Fällen oder auch bei Bedeutungsverschiebungen wurde die tschechische Fassung konsultiert und für die Übersetzung herangezogen. An der Übersetzung der tschechischen Textteile haben Agáta Cviková und Markéta Μěšťanová mitgewirkt bzw. sie selbst vorgenommen.
Die Edition ist vor allem von dem Gedanken getragen, dass ein interessantes, aber sprachlich unvollkommenes oder unkonventionelles Werk einem sprachlich zwar vollkommenem, jedoch inhaltlich in jeder Hinsicht konventionellem Werk bei weitem vorzuziehen ist. Bei der Astronautilia handelt es sich sicherlich um ein Werk mit Schwächen sowie unpolierten Ecken und Kanten, gerade darin jedoch liegt auch ihr ganz besonderer Reiz und ihre Stärke, die sie aus vielen anderen Werken hervorhebt. Und so kann man zum Schluss nur an die Worte des Apuleius zu Beginn seines Eselsromans erinnern: Lector (vel lectrix) intende: laetaberis!(1)
III. Abkürzungen und lat. Wendungen in den Apparaten
- a.c. / p.c. = ante correcturam (vor Korrektur) / post correcturam (nach Korrektur)
- apud Homerum non legitur – (das Wort) ist bei Homer nicht belegt
- apud veteres non legitur – (das Wort) ist in der Antike nicht belegt
- cf. = confer (vergleiche)
- deb. = debuit (hätte [schreiben] müssen)
- i.m. = in margine (am Rand)
- nl. = neologismus
- vid. = vide (siehe)
- vox pedestris – prosaisches Wort
Fußnoten
- (1)Sicherlich hatte auch McLeod dieses Zitat im Kopf, wenn er am Ende seiner Einleitung zur Erstedition schreibt: „Read on, and enjoy yourself.“
Überlieferung
Manuskript (M)
- Aufbew. Institution
- Literární archiv Památníku národního písemnictví
- Signatur
- Jan Křesadlo, Nr. 2110; Astronautilia: 127 und 129
- Autograph / Abschrift
- Autograph
- Titel
- Hvězdoplavba aneb Kosmická mikroodysea. Ἀστροναυτιλία ἢ ἡ Μικροοδυσσεία ἡ κοσμική.
- Autor
- Jan Křesadlo (= Václav Pinkava)
- Seitenabschnitt(e)
- [A1r]–KV, Ir–XIVv, 1r–[255v]
Typoskript (T)
- Aufbew. Institution
- Literární archiv Památníku národního písemnictví
- Signatur
- Jan Křesadlo, Nr. 2110; Astronautilia: 128
- Autograph / Abschrift
- Autograph
- Titel
- Hvězdoplavba aneb Malá kosmická odyssea. Ἀστροναυτιλία ἢ ἡ Μικροοδυσσεία ἡ κοσμική.
- Autor
- Jan Křesadlo (= Václav Pinkava)
- Seitenabschnitt(e)
- Titelblatt, Ir–XVIIv, 1–259
Printedition (E)
- Titel
- Ποιήτου ἀδήλου: Ἀστροναυτιλία ἢ ἡ Μικροοδυσσεία ἡ κοσμική. Neznámého autora Hvězdoplavba aneb Malá kosmická odysea
- Autor
- Jan Křesadlo/Ἰωάννης Πυρεῖα (= Václav Pinkava)
- Ort / Jahr
- Prag · 1995
- Seitenabschnitt(e)
- I–XVI, 1–261
- Digitalisat
- Ausgabe 2023
Zur Entstehungsgeschichte siehe Sacheinführung I.2.
Zu den Unterschieden der Fassungen siehe Editionsrichtlinien I.
Technische Einführung
Folgt in Kürze.
Downloads & Dokumentation
Impressum
Astronautilia Digital
Weise, Stefan (ed.) / Bunselmeier, Jennifer (2026): Astronautilia Digital. Wuppertal.
DOI: folgt in Kürze
Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International (CC BY-NC-SA 4.0)
KontaktDr. Stefan Weise
Bergische Universität Wuppertal
Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften
Klassische Philologie
Gaußstr. 20
D-42119 Wuppertal
weise
uni-wuppertal.de
